5 Gründe für Pilates

Ich bin ein richtig großer Pilates Fan. Zur Info: Pilates ist ein gut 100 Jahre altes Ganzkörpertraining bei welchem der Fokus vor allem auf die Körpermitte – sprich Beckenboden, Rücken- und Bauchmuskulatur – gerichtet wird. Seit einigen Jahren betreibe ich dieses Training nun schon und bin immer noch wahnsinnig begeistert davon. So begeistert sogar, dass ich vor einiger Zeit eine Ausbildung zur Trainerin abgeschlossen habe.

Warum überhaupt Pilates? Ich weiß eigentlich gar nicht mehr genau wie ich damals darauf gekommen bin einen Kurs zu belegen. Im Nachhinein bin ich aber echt froh über die Entscheidung. Nach nur ein paar Stunden Training hab ich schnell bemerkt, dass mich meine starken Nackenverspannungen und auch die damit einher gehenden Kopfschmerzen weitaus weniger oft plagten. Außerdem wurde ich stärker, fühlte mich selbstbewusster in meiner Haut und auch mein Körper hat sich zu meiner Freude an den richtigen Stellen “verformt”. Hallo, Taille! Ihr könnt das nicht wissen, aber ich bin ziemlich groß gewachsen. Diese Größe geht bei mir einher mit einer ziemlichen Überbeweglichkeit und nicht gerade spitzenmäßiger Haltung. Während die Einen also gerne beweglicher wären, sind (waren) überstreckte Knie und Ellbogen sowie ein Hohlkreuz bei mir Gang und Gäbe. Pilates hat mir dabei geholfen diese Schwachstellen auszubessern, meine Muskeln zu kräftigen und in weiterer Folge auch meine Haltung zu verbessern. Nicht schlecht, oder? Der gute alte Joseph Pilates hat also schon gewusst was er da tut. Er hat Pilates – damals noch unter dem Namen Controllogy (wegen der kontrollierten Ausführungen) – vor rund 100 Jahren entwickelt. Anfangs um damit Kriegsverletzte wieder auf Vordermann zu bringen und später sogar um die deutsche Armee zu trainieren.

ZA

Nachdem ich nun schon einige Zeit Pilates unterrichte, hab ich mir gedacht, dass ich euch heute 5 überzeugende Gründe für diese Form der Bewegung aufzeige. Auf Individualisten spreche ich zwar meistens über Ernährung aber eigentlich geht es hier ja um einen gesunden und ganzheitlichen Lebensstil. Und zu eben einem solchen gehört neben einer bewussten und nachhaltigen Ernährungsweise auch Bewegung und Entspannung.

Nun also zum Thema. Warum Pilates?

Ausgeglichene Körperarbeit

Im Pilates wird der komplette Körper gekräftigt und vor allem die kleinen, oft vernachlässigten Muskeln werden beansprucht. Meist legen wir im Training unseren Fokus auf die sichtbaren Muskeln. Bestes Beispiel ist der Six Pack. Dass darunter aber Muskeln liegen die ebenso gekräftigt werden wollen wird oft vergessen. Auch die kleineren Muskeln zu fordern ist Ziel der Pilates Methode und führt nicht nur zu ausgeglichener Körperkraft sondern ebenso zu mehr Stabilität und Balance. Ähnlich wie im Yoga benötigt man für Pilates im Grunde nur eine Matte und das Gewicht des eigenen Körpers. Wer meint Pilates sei reines Bodenturnen, der liegt aber falsch. Durch die fließenden Bewegungsabläufe und die kontrollierte Ausführung der Bewegungen wird der Körper gewaltig gefordert und gekräftigt. Unsere Muskeln werden gleichzeitig gestärkt und gedehnt, was zu starken aber auch straffen und schlanken Muskeln sowie  der Formung unserer (Traum-) Figur führt.

Eine stabile Mitte

Der Schwerpunkt im Pilates liegt auf unserer Mitte. Starke Bauch- und Rückenmuskeln sowie ein gut durchbluteter Beckenboden sind das Um und Auf für einen stabilen Körper. Ein gut durchbluteter Beckenboden hat im Übrigen auch so seine positiven Effekte. Durch Alter, Schwangerschaft oder durch Übergewicht verliert der nämlich an Elastizität. Durch die gezielte Atmung im Pilates werden die tiefen Bauchmuskeln aktiviert und der Beckenboden gekräftigt sowie durchblutet, was unsere inneren Organe schützt und die Libido ankurbelt. Man kann sich das im Grunde wie ein Schutzkorsett vorstellen welches uns in allen Lebenslagen dienlich sein kann.

Körperkontrolle

Während im Pilates durch den Fluss der Bewegungen meist ganze Muskelketten aktiviert werden und dadurch Beweglichkeit und Kraft verbunden werden, gibt es ebenso Übungen, welche gezielt zur isolierten Bewegung bestimmter Muskel eingesetzt werden. Das ist für viele Menschen gar nichts so einfach. Durch isolierte Übungen werden nämlich neurologische Rezeptoren angesprochen die wir im Alltag oft vernachlässigen und es fällt uns schwer eben nur spezifische Muskeln anzusteuern. Ein Beispiel: Versucht mal ganz gezielt mit eurem großen Zehen kleine Kreise zu machen – OHNE dabei die anderen 4 Zehen in alle Himmelsrichtungen zu spreizen. Gar nicht so einfach, oder? Pilates sorgt ganz gezielt dafür, dass wir wieder mehr Kontrolle über unseren Körper erlangen und ihn besser spüren lernen.

pilatestraining

Die optimale Haltung

In jeder Pilates Einheit wird für ein ausgeglichenes Training gesorgt. Keine Muskelgruppe wird vernachlässigt und der Fokus auf die kontrollierte Ausführung sowie Stabilität während der Übungen fördert eine optimale Ausrichtung des Körpers. Dabei sind kleine Bewegungen oft viel effektiver. Immer wieder finde ich es spannend zu sehen wie viele Menschen denken eine große Bewegung bedeutet automatisch einen größeren Effekt. Ganz im Gegenteil. Durch riesengroße Bewegungen verlieren wir oft unsere Stabilität. Durch eben diesen Fokus auf korrekte Ausführung der Übungen können wir Haltungsfehlern gezielt entgegen wirken und Bewegungsabläufe im Alltag verbessern. Baut man Pilates als Ergänzung zu einer anderen Sportart ein, hilft es dabei Unausgewogenheit in der Muskelkraft sowie Schwächen zu identifizieren, diese gezielt anzugehen um so auch in anderen Sportarten mehr Leistung erbringen zu können. Pilates im Übrigen kein reiner Frauensport. Immerhin wurde diese Methode von einem Mann entwickelt. #justsayin Besonders toll find ich außerdem, dass jede Pilatesübung eine Vielzahl an Variationen mit sich bringt. Es wird einem nie langweilig und es gibt immer Steigerungen um ständig Muskelreize und somit Weiterentwicklung zu garantieren. Man kann also auf jeden Menschen INDIVIDUELL eingehen und Übungen an Anatomie und Kondition anpassen.

Entspannung

Man meint oft Yoga sei die einzige Bewegungsform die auch entspannend sein kann. Dadurch, dass im Pilates viel Wert auf präzise und kontrollierte Ausführung sowie zielgerichteten Atem gelegt wird, bleibt einem im Grunde aber gar nichts anderes über als sich auf den Körper zu konzentrieren und alle anderen Dinge mal sein zu lassen und abzuschalten. Die fließenden Bewegungen die im Pilates von einer Übung in die Nächste leiten tragen ebenso ihren Teil zu tiefer Entspannung bei. Im übrigen sind sanfte Bewegungsformen wie Pilates oder auch Yoga gerade in stressigen Zeiten optimal. Die Kombination aus einem stressigen Alltag und Extremsportarten die uns im Anschluss völlig fertig am Boden liegen lassen, ist für unser Nervensystem oft eine Katastrophe. Das läuft dann nämlich auf Hochtouren und unser Stresshormon-Level schießt durch die Decke. Das wiederum kann zu schlechtem Schlaf führen und das meist oberste Ziel nach solchen Extrem-Aktionen – nämlich der Fettverlust – tritt erst recht nicht ein. Warum? Weil unser Körper gerade dann denkt in einer Notsituation zu sein und genau deshalb hält er an jedem Gramm Fett fest. Versteht mich nicht falsch. Auf die Mischung kommt es an. Es schadet aber sicher nicht den Marathon-Lauf, das Intervalltraing oder das Cross Fit Studio ab und zu mal gegen sanfte Bewegungsformen wie Pilates oder auch Yoga zu tauschen.

Übrigens …

Hier geht es zu meinen aktuellen Pilates Kursen in Salzburg.

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