Ariadna Castorena im inspirierenden Gespräch zu Yoga und Ayurveda!

Ich bin ein riesiger Fan von Pilates und bin ganz nebenbei bemerkt Pilates Trainerin. Yoga fand ich aber auch schon immer ziemlich interessant. Vor allem die Yoga-Einheiten in meinem Bali Urlaub haben mich überzeugt. Aber irgendwie konnte ich seither nie wirklich eine Yoga-Klasse finden die mir zu 100% zusagt. BIS ich Ariadna’s Yoga-Stunden besucht habe.  In ihren Yoga-Klassen fühle ich mich richtig wohl. Wer also hier in Salzburg mal den Downward Dog machen will, dem kann ich ihre Stunden wärmstens empfehlen. Sie bietet ganz nebenbei bemerkt auch Workshops an. Ariadna beschäftigt sich nämlich sehr mit der Ayurvedischen Ernährungslehre. In diesem Bereich kenne ich mich nur wenig aus. Finde das Thema aber extrem spannend. Genau deshalb wollte ich Ariadna unbedingt für Individualisten interviewen und ich freu mich riesig dass sie mir Rede und Antwort gestanden hat. Ich hoffe das Interview mit der lieben Ariadna inspiriert euch genauso wie mich.

Dein Name?

Ariadna Castorena Peña. Ja, zwei Nachnamen!

Wo bist du zu hause? 

Geboren bin ich in Mexico City, seit ca. 10 Jahren wohne ich in Salzburg.

Was sagst du, wenn dich jemand fragt, was du so tust? 

Ich bin Yoga Lehrerin, ich mache nichts anderes.

Wie beschreibst du deine individuelle Ernährungsphilosophie?

Ich stehe auf natürliches & frisches, mit Liebe gekochtes Essen das in Achtsamkeit gegessen wird … und für einen ethischen und verantwortungsvollen Zugang als Esser.

Was war dein „AHA“ Moment der dich in einen gesunden Esser verwandelt hat? 

Meine Geschichte um das Essen war nicht immer glücklich, ich habe Genuss und Entspanntheit am Tisch relativ spät entdeckt. Viele Jahre habe ich mich mit Disziplin und Willenskraft selber gequält, erst durch Ayurveda habe ich verstanden, dass es nicht darum geht perfekt zu sein, sondern um glücklich und mit allen Sinnen „satt“ zu werden.

Du machst derzeit eine Ausbildung zur Ayurveda-Ernährungs-Beraterin. Kannst du in ein paar kurzen Sätzen die Ayurveda Philosophie beschreiben?

Ayurveda ist eine ganzheitliche Heilkunst, wo der Mensch als physisches, emotionales, energetisches und spirituelles Wesen betrachtet und behandelt wird. Ernährung ist auch ein „Werkzeug“ dafür.

In der Ayurveda-Lehre gibt es Körpertypen, die sogenannten Doshas: Vata, Pitta und Kapha. Wie finde ich raus welcher Typ ich bin und was mache ich mit dieser Erkenntnis?

In einer Beratung kann man die eigene Konstitution herausfinden. Diese sollte als Leitfaden für einen ayurvedischen Lebenstil gelten: das heißt man ernährt sich und lebt der eigenen Konstitution entsprechend aber bitte ohne Zwang und Dogmas.

Was würdest du sagen sind die wichtigsten Eckpfeiler in der ayurvedischen Küche? 

Gewürze. Deren Kraft und Potenz kann man mit normalen Lebensmitteln nicht vergleichen. Die Ayurvedische Küche ohne die Anwendung von Gewürzen ist fast unvorstellbar.

Gibt es irgendwelche Ayurvedischen Superfoods die in deinem Küchenschrank nicht fehlen dürfen?

Die innere Einstellung ist im Ayurveda wichtiger als das was wir zu uns nehmen: Achtsamkeit und Zeit haben eine unglaubliche Kraft, die sollten nie fehlen.

Soweit ich weiß spielt die Verdauung eine sehr große Rolle im Bereich Ayurveda? Hast du ein paar Ernährugs-Tipps die unserer Verdauung gut tun?

Heißes Wasser vor dem Frühstück um das Verdauungsfeuer zu stimulieren. Essen nur wenn man Hunger hat – nicht zu viel aber auch nicht zu wenig.

Es wird bald wieder kälter. Warum ist es so wichtig den Körper in der kalten Jahreszeit mit wärmender Nahrung zu unterstützen? Mit welchen Lebensmitteln kochst du im Winter besonders oft? 

Man versucht durch Ayurveda die Verdauung zu unterstützen, somit ist es sinnvoll warm zu Essen. Auch saisonale & regionale Produkte bieten dem Körper das an was er in der jeweiligen Jahreszeit braucht. Im Herbst und im Winter koche ich beispielsweise gerne mit Äpfel, Kürbissen und Nüssen.

Welche Rolle spielt eigentlich raffinierter Zucker im Rahmen der ayurvedischen Ernährungs-Philosophie? 

Der süße Geschmack hat im Ayurveda eine wichtige Rolle, er beruhigt das Nervensystem und nährt den Körper. Damit ist natürlich nicht raffinierter Zucker gemeint, da alles was industriell ist, an Lebenskraft verliert und daher keinen Platz in der Ayurveda Küche hat. Viel eher sind hier süße Getreide-, Gemüse- und Obstsorten gemeint.

Zucker wird heutzutage so unglaublich vielen Lebensmitteln beigemischt. Will man diesen dann reduzieren, fällt es dem Körper oft schwer davon loszukommen. Gibt es in der Ayurveda-Lehre Kräuter oder bestimmte Gewürze die dabei helfen das Zuckerverlangen zu stillen? 

Auch wenn das Verlangen nach Süßem zunächst individuell betrachtet werden sollte, da es oft ein Zeichen für Disharmonien sein kann, bietet der bittere Geschmack eine Möglichkeit dieses Verlangen zu besänftigen.

Du bietest immer wieder Workshops an in welchen du Yoga und die ayurvedische Küche verbindest. Gehören diese beiden Dinge zusammen?

Yoga, nicht als körperliche Praxis, sondern als innere Haltung, die diese impliziert, gehört in den Alltag integriert und unterstützt einen achtsamen und bewusste Zugang beim Essen.

Yoga ist ja heutzutage schon fast ein Trendwort und teils „nur“ mehr eine weitere Möglichkeit sich ein bisschen zu bewegen. Hinter der Yoga-Philosophie steckt doch aber so viel mehr. Du bist Yoga-Lehrerin und ziemlich erfolgreich auf dem Gebiet. Was bedeutet Yoga für dich?

Ich liebe Bewegung in allen Formen, übe aber Yoga nicht in erste Linie um fit zu bleiben. Für mich ist meine Yoga-Praxis über die Jahre zu einem Werkzeug geworden um Balance zu finden. Diese darf sowohl dynamisch und kraftvoll, als auch sanft und ruhig sein. Auf der Matte zu sein ist für mich ein Moment der Selbstbeobachtung, wo ich Präsenz für mich und für Andere finde.

Du setzt dich viel mit dem Thema Ernährung auseinander. Was ist deiner Ansicht nach der größte Blödsinn der in diesem Bereich verzapft wird? 

Ich finde es traurig, dass auch „gesunde Ernährung“ zu einem Geschäft gemacht wird, wo ein ethischer Zugang zur Umwelt, Tieren und Mitmenschen in den Hintergrund tritt. Für mich braucht das Thema „Ernährung“ eine kritische Einstellung, diese vermisse ich sehr oft.

Die Morgenroutine wird in Ayurveda ganz groß geschrieben. Wie sieht deine aus?

Ich unterrichte jeden Abend von Montag bis Freitag und komme spät nach Hause, daher gehe ich auch spät ins Bett und stehe nicht vor der Sonne auf. Im Gegensatz zu früher, wo ich täglich um 6.30h auf der Matte war. Wichtig für mich ist, den Tag mit Ruhe zu starten: Zungen-Reinigung, heißes Wasser und ein warmes Frühstück dürfen nicht fehlen.

Du bist aus Mexiko. Was ist dein liebstes mexikanisches Gericht? 

Auch wenn es kein Gericht ist, liebe ich natürlich Avocados und Guacamole.

Lieblings Health Spots in Salzburg?

Ich liebe das Indische Restaurant Spicy Spices, besuche regelmäßig den Sonnentor-Laden, aber auch ein Besuch bei Bio Basics ist für mich ein richtiger Ausflug!

Juice oder Smoothie?

Wenn flüssig… dann Smoothie, allerdings bevorzuge ich Suppen.

Essen aus dem Packerl oder frisch gekocht? 

Aus dem Packerl kommen nur die Reiswaffeln…

Dein Lebensmotto? 

„Smile, breathe and go slowly“ (Thit Nath Hanh)

Wo siehst du dich in 5 Jahren? Irgendwelche großen Pläne die du hier schon mal ankündigen willst? 

Gar keine. Ich lasse mich überraschen!

Wo kann man dich im Internet finden und sich für deine tollen Workshops und Yogastunden anmelden? 

Auf meiner Homepage www.ariadnacastorena.com oder auf meiner Facebook Seite.

Magst du vielleicht auch noch eines deiner ayurvedischen Rezepte mit uns teilen? 

Mein Herbst-Lieblings Rezept: Stewed Apples. Ich liebe dieses Rezept weil es nicht nur einfach und richtig gut ist, sondern ebenso saisonal, regional und vielseitig. Man kann es als tolles leichtes Frühstück genießen oder als Snack für Zwischendurch. Ich hoffe es schmeckt euch!

4 Äpfel – mittlere Größe, Sorte nach Wahl

2 EL Ghee

1/4 TL Zimt

1/2 TL Kardamom Pulver

1/2 TL frischer und klein geschnittener Ingwer

ein paar getrocknete Datteln oder Rosinen

ein paar frisch angeröstete Mandeln

ZUCKERFREI, GLUTENFREI, VEGETARISCH

Die Äpfel zerkleinern und den Strunk auslösen (Vorzugsweise verwendet ihr Bio-Äpfel, schält sie wenn sie es nicht sind). Die Ghee in einer Pfanne erwärmen und den Ingwer hinzufügen. Kocht das Ganze bis sich das Aroma des Ingwers verbreitet. Gebt nun Zimt und Kardamom hinzu und lasst die Gewürzmischung noch rund 1 bis 2 Minuten köcheln. Mittlerweile sollte die Küche duften. Nun kommen die Äpfel und Datteln hinzu. Alles gut vermischen. Fügt jetzt etwas Wasser bei. Die Äpfel sollten dabei zur Hälfte abgedeckt sein. Lasst das Ganze bei geringer Temperatur köcheln bis die Äpfel weich sind.

PS: mit Birnen schmeckt dieses Gericht auch herrlich.

Fotos von www.ariadnacastorena.com 

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