Brauche ich Nahrungsergänzungsmittel?

Vor kurzem wurde ich von Pure Encapsulations zu einem gesunden und richtig informativen Wochenende eingeladen. Es war mit Abstand eines der coolsten Blogger-Events auf denen ich je war und nicht zuletzt weil die Runde an gleichgesinnten Bloggerinnen richtig nett war und der Austausch untereinander eine schöne Inspiration. Das Pure-Team hat sich wahnsinnig viel Mühe gegeben um wertvolle Infos zu vermitteln und das ist ihnen auch entsprechend gelungen. Voller Inspiration von diesem Wochenende, hab ich mir gedacht, geb ich mal meinen Senf zum Thema Nährstoffe dazu.

Was sind Nährstoffe? 

Naja es gibt da unterschiedliche Arten. Einerseits hätten wir da mal die energieliefernden Nährstoffe – auch bekannt also Makronährstoffe – Proteine, Kohlenhydrate und Fett. Wie der Name schon sagt, sie liefern uns wertvolle Energie um zu überleben und den Tätigkeiten des Alltags nachzugehen. Und dann hätten wir da noch die Nährstoffe welche eben keine Energie liefern: Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine (Mikronährstoffe). Und obwohl sie uns keine Energie liefern, sind sie, wie auch die Makros, für uns lebensnotwendig. Ballaststoffe (die nur zum Teil Energie liefern) oder sekundäre Pflanzenstoffe gehören auch in die Kategorie Nährstoffe. Sie sind nicht unbedingt überlebensnotwendig aber dennoch wichtig für uns. Pure Encapsulations erzeugt beispielsweise hochwertige Reinsubstanzen und das Unternehmen gilt als das Original im Bereich der Mikronährstoffe. Mikronährstoffe sind wertvoll für unseren Körper, weil sie uns dabei helfen, Stoffwechselprozesse zu regulieren und im Grunde dabei behilflich sind unseren Körper aufzubauen und zu erhalten.

Brauch ich Supplemente? 

Ich bekomme oft die Frage gestellt ob Supplemente wie Zink, Magnesium und Co denn überhaupt notwendig sind. Und – wie auch im Bereich der Ernährung – gibt es hier für mich keine konkrete Antwort. Jeder von uns ist unterschiedlich und hat individuelle Bedürfnisse, Voraussetzungen und Ziele. Grundsätzlich bin ich der Meinung: FOOD FIRST. Mit einer ausgewogenen, gesunden und intelligent geplanten Ernährungs- und Lebensweise, kann man seinen Nährstoffbedarf ganz gut decken. Das ist aber heute nicht immer so einfach.

Ich selbst merke beispielsweise, dass ich oft zu einseitig esse. Ein stressiger Alltag lässt oft nicht genügend Zeit um ausreichend zu planen. Auch sind die heute erhältlichen Lebensmittel nicht mehr das was sie mal waren. Nährstoffarme Böden produzieren, dank extremer Landwirtschaftspraktiken, Lebensmittel die bei weitem nicht mehr so nährstoffreich sind wie vor einigen Jahrzehnten. Bio-Qualität ist hier erwiesenermaßen die bessere Wahl und Bio-Obst und Gemüse kann mit mehr wertvollen Nährstoffen überzeugen. Das ist aber noch nicht alles. Auch leiden die Nährstoffe in unseren Lebensmitteln unter den zum Teil elendslangen Transportwegen. Regionale Ware direkt vom Bauernmarkt ist hier beispielsweise eine nährstoffreichere Lösung. Zählt man sich also zu jenen Menschen die biologisch einkaufen, regionale Produkte schätzen und ausgewogen essen … dann ist man ganz gut dabei.

Gut zu wissen ist aber, dass Nährstoffräuber dennoch an jeder Ecke lauern. Dauer-Stress steht da auf meiner Liste beispielsweise ganz oben. Eine Ernährungsweise die auf industriell verarbeiteten Lebensmitteln basiert, reichlich Süßigkeiten und zuckerhaltige Getränke involviert und kaum frisches Gemüse und Obst beinhaltet, raubt uns auf Dauer ebenso wertvolle Nährstoffe. Ganz abgesehen von den offensichtlichen Räubern wie Zigaretten oder Alkohol. Auch der Zustand unserer Darmgesundheit kann beeinflussen wie gut wir die Nährstoffe aus unserer Nahrung aufnehmen. Ist da also der Hund drinnen, ist ein Nährstoffmangel auch nicht mehr weit. Eliminieren wir wertvolle Fette aus unserer Ernährung, tun wir uns eventuell schwerer damit fettlösliche Vitamine wie A, D, E und K aufzunehmen. Veganer müssen aufgrund des Mangels an tierischen Produkten in ihrer Ernährung besonders auf ihre Nährstoffversorgung achten. B12 ist hier immer wieder ein heißes Thema. Für Frauen mit einer starken monatlichen Blutung, könnte es nicht schlecht sein den Eisenhaushalt im Auge zu behalten. Schwangere haben sowieso einen höheren Verbrauch an Nährstoffen. Und selbst unsere Gene können beeinflussen wie gut wir Nährstoffe aufnehmen oder verarbeiten können. Die Frage ob Supplemente nun also notwendig sind, lässt sich nicht wirklich klar beantworten. Es kommt schlicht und ergreifend auf die Person und die Ausgangssituation drauf an.

Anhand von Vitamin A lässt sich das Ganze ganz gut erklären, wie ich finde:

Vitamin A beispielsweise ist ein besonders wertvoller Nährstoff. Das Vitamin ist wichtig für unsere Augen, das Immunsystem, unsere Haut und spielt eine wertvolle Rolle in der Fortpflanzung. Pflanzen enthalten kein Vitamin A. Sie enthalten die Vorstufe davon: Beta-Carotin. In unserem Darm und in unserer Leber wird Beta-Carotin in Vitamin A verwandelt. Läuft das alles reibungslos aber – no problemo. Ist aber unsere Darmschleimhaut beschädigt oder belastet, sieht das Ganze schon anders aus und wir sind auf tierische Produkte wie zum Beispiel Leber angewiesen, die uns direkt mit dem wertvollen Vitamin A versorgen. Und jetzt kommts. Einige Gen-Mutationen sollen die Verwandlung von Beta-Carotin zu Vitamin A ebenso einschränken können. Rund 45 % der Bevölkerung sind von solchen sogenannten Polymorphismen betroffen und zählen somit zu all jenen die genetisch gesehen Beta-Carotin nicht so gut in Vitamin A verwandeln können. Verzichtet man also von Haus aus auf tierische Lebensmittel und hat auch noch besagten Gendefekt … dann ist ein Mangel in diesem Fall nicht mehr weit entfernt und eine Supplementation könnte Sinn machen. Um beim Vitamin A Thema zu bleiben. Die Aufnahme und Verarbeitung von Beta-Carotin kann ebenso durch eine schwache Schilddrüse, Alkoholismus oder einen Zink Mangel eingeschränkt sein.

Was also tun? 

Ich bin in erster Linie ein Fan davon, auf den eignen Körper zu hören und bewusst Veränderung oder Symptome wahrzunehmen. Ebenso finde ich es gut, sich über die individuelle Situation im Klaren zu sein und abzuwägen ob eine Beratung Sinn macht. Der Nährstoffbedarf verändert sich schließlich im Laufe unseres Lebens und Faktoren wie Schwangerschaft, Hormon Dysbalance, Darmbeschwerden oder Extremsport können hier schon einen Mehrbedarf erzeugen. Hier habe ich übrigens mal darüber geschrieben auf welche Mängel diverse Heißhungergelüste hindeuten können. Allein diese Information kann schon recht wertvoll sein. Sich von Zeit zu Zeit, beim Arzt des Vertrauens, den Nährstoffhaushalt anschauen zu lassen und dann entsprechend zu handeln ist ebenso eine gute Idee. Liegt ein Mangel vor, eigenen sich qualitativ hochwertige Supplemente definitiv um wieder Balance einkehren zu lassen. In erster Linie finde ich aber, dass man bei Nährstoffmängeln überdenken sollte, was denn in der eigenen Ernährung schief läuft um schließlich hier anzusetzen und künftige Mängel vorzubeugen.

Und hier sei gleich gesagt, persönlich bin ich kein Fan davon willkürlich zu supplementieren oder profilaktisch diverse Supplemente einzuwerfen nur weil die Werbung das als MUSS kommuniziert. Immer wieder gibt es Menschen die meinen, ein Nährstoff ist ein Nährstoff und es sei egal ob dieser im Labor oder der Natur entstanden ist. Ich kann mich nur wiederholen: FOOD FIRST. Komplette Nahrungsmittel beinhalten eine Vielzahl an Nährstoffen und gerade dieses Zusammenspiel ist so wichtig für unseren Körper. Nährstoffe können sich schließlich gegenseitig beeinflussen und ihre Aufnahme fördern oder hemmen. So nehmen wir Eisen beispielsweise besser auf wenn auch Vitamin C im Spiel ist. Eine ausgewogenen Ernährungsweise mit echten Nahrungsmitteln sorgt meist für eine schöne Balance und stellt eben diese Zusammenarbeit der Nährstoffe sicher. Grünes Blattgemüse ist so ein Fall und liefert neben Eisen auch gleich das wertvolle Vitamin C mit.

Ein Supplement soll meiner Ansicht nach immer eine ausgewogene und gesunde Ernährung ergänzen (supplementieren) aber nicht ersetzen. Kein Supplement der Welt ersetzt einen gesunden Ernährungs- und Lebensstil. Antioxidantien einzunehmen macht beispielsweise für mich (außer in bestimmten Fällen und wenn ärztlich empfohlen) wenig Sinn. Um freie Radikale zu bekämpfen lohnt es sich viel eher mehr Mitglieder der Kreuzblütlergewächse wie Brokkoli oder Karfiol in die Ernährung einzubauen.

So viel dazu. Es gibt- wie gesagt – keine genaue Antwort zur Frage: Supplemente – ja oder nein?! Nur so viel sei gesagt: Es gibt einige Ergänzungen die ich persönlich als besonders wertvoll ansehe und von denen so ziemlich jeder profitieren kann. Werft einen Blick darauf:

Vitamin D – Der Sonnenstand in unseren Breitengraden ist zum Teil eher suboptimal. Das führt dazu, dass die Mehrheit von uns unter einem Mangel des wertvollen Sonnenvitamins leidet. Die erste Wahl wäre genügend fettigen Fisch zu konsumieren. Das ist nicht jedermanns Sache und deshalb lohnt sich hier ein gutes Supplement. Hier hab ich schon einmal darüber geschrieben.

Probiotika – Das ist nicht wirklich ein Mikronährstoff, aber dafür essentiell um die Darmgesundheit mit wertvollen Bakterien in Balance zu halten. Und weil die wenigstens von uns täglich fermentierte Lebensmittel konsumieren, lohnt sich eine Ergänzung ebenso.

Magnesium – Ich hab schon mal über Magnesium geschrieben und auch damals bereits erwähnt, dass viele von uns unter einem Mangel leiden. Es schützt uns vor so ziemlich jeder modernen Erkrankung und während Algen, Nüsse und Saaten sowie Rohkakao tolle Lieferanten sind, kann eine Ergänzung bestimmt nicht schaden. Vor allem auf Reisen ist ein gutes Magnesium Präparat nicht schlecht um Verdauungsbeschwerden sowie Muskelverspannungen vorzubeugen.

Fischöl (DHA) – Viele von uns konsumieren zu viele Omega 6 Fettsäuren und zu wenig Omega 3 Fettsäuren. Während ich dafür bin, den Konsum von Pflanzenölen etwas einzuschränken und dafür mehr Fisch zu konsumieren, hat das leider oft nicht oberste Priorität und ist in vielen Breitengraden nicht immer machbar. Deshalb bin ich ein Freund von qualitativ hochwertigem Fischöl als tolle Omega 3 Quelle und Unterstützung unserer Gehirn- sowie Herzgesundheit.

Vielen Dank für die tollen Fotos des #purehealthyweekends: © Cliff Kapatais/pixelcoma.at

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4 Kommentare

  • Reply
    Elisabeth
    9. September 2017 at 20:54

    Unter Makronährstoffe sind Eisen, Kohlenhydrate und Fett angeführt? Ich glaub das war ein „Verschreiber“.
    Alles Liebe!

    • Reply
      Eva
      9. September 2017 at 21:15

      Ja, da glaubst du richtig. Eisen hat sich da irgendwie rein geschummelt. Danke dir und lieben Gruß, E

  • Reply
    Ayla
    9. September 2017 at 22:42

    Liebe Eva,
    vielen Dank für diesen tollen und informativen Artikel! Mich hat deine Meinung zur Nahrungsergänzung sehr interessiert! Ich sehe es auch so wie du: Food first. Aber ich finde es auch wichtig, auf den Körper zu hören und sich auch einmal beim Arzt untersuchen zu lassen. Wenn dann z. B. ein Vitamin D oder Eisen Mangel festgestellt wird finde ich es auch sehr sinnvoll dann ein qualitativ hochwertiges Supplement einzunehmen.
    Besonders spannend finde ich auch, was du über die Aufnahmefähigkeit von Mikronährstoffen geschrieben hast, es ist schon interessant, von wie vielen Faktoren dies abhängt. Wir sind eben doch alle sehr unterschiedlich und es gibt nicht eine einfache Lösung für alle. 😉 Vielen Dank auf jeden Fall für diesen tollen Artikel. 🙂
    Liebe Grüße
    Ayla

    • Reply
      Eva
      10. September 2017 at 20:13

      Danke Ayla! Freut mich wenn dich der Artikel inspiriert. Lieben Gruß, Eva

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