Die für mich wichtigsten Supplemente in der Schwangerschaft

Ich bin schwanger. :-) Und wenn ich das auch nicht großartig über diesen Kanal propagiert habe, habe ich doch einige Anfragen bekommen um ein bisschen über Ernährung in der Schwangerschaft, Supplemente in der Schwangerschaft und meine Erfahrungen zu schreiben. Gerne. Ich mach das alles zum ersten Mal und muss sagen, der Körper hat definitiv einen anderen Bedarf als zuvor. Und nachdem ich mich durchaus als Gesundheitsdetektiv bezeichnen würde und gerne so viel wie möglich zu einem Thema weiß, hab ich selten noch so viel recherchiert und gelernt wie während dieser Schwangerschaft. Ich will euch also direkt für mich wertvolle Supplemente in der Schwangerschaft vorstellen. Übrigens, die folgenden Infos sind auch spannend für all jene die bald mal eine Schwangerschaft planen oder all jene die einfach nur mehr über Nährstoffe lernen wollen.

Vitamin D

Im ersten Drittel meiner Schwangerschaft war ich irre müde. Ein tägliches Mittagsschläfchen war Standard. Anfangs hab ich mir gedacht, dass das völlig normal ist. Und dann hatte ich aber das Gefühl, ich will mir mal meine Vitamin D Werte ansehen lassen. Und tada – der kleine Bauchbewohner hat an meinen Vitamin D Reserven gesaugt als gäbe es kein Morgen. Meine Level waren grenzwertig weit unten. Als ich begonnen habe zu supplementieren und mehr Vitamin D-haltige Lebensmitte wie Fisch, Leber oder Wild in meiner Ernährung einzubauen, war es schlagartig vorbei mit den Mittagsschläfchen. Seither – und mittlerweile bin ich schon im dritten Drittel – bin ich energiegeladen und putzmunter. Vitamin D ist grundsätzlich besonders wertvoll für unsere Gesundheit und sehr viele Menschen haben vor allem im Winter und Frühling einen ziemlichen Mangel. Ganz besonders in unseren Breitengraden. Vitamin D ist wichtig für unser Immunsystem, unser Herz, die Wundheilung, unsere Knochen, unseren Hormonhaushalt und so viel mehr. Und in der Schwangerschaft ist es daher umso wichtiger. Ein Vitamin D Mangel in der Schwangerschaft kann schließlich zu einem erhöhten Risiko an Präeklampsie, Schwangerschaftsdiabetes oder auch einer Frühgeburt führen. Natürlich sind die Studien in dem Bereich rar und Schwangere werden davor gewarnt blind zu supplementieren. Klar irgendwie – da wird nicht viel herum experimentiert und alles wird ganz vorsichtig angegangen. Bloß kein Risiko eingehen ist die Devise. Dennoch meine ich, dass wenn ein guter Vitamin D Haushalt für nicht schwangere Menschen essentiell ist, eine schwangere Frau umso mehr davon profitieren kann.  Das zeigen meine Recherchen und auch meine Erfahrung bestätigt mir das.

Jedenfalls gab es eine Forschungskonferenz in Brügge zum Thema Vitamin D. Und zu den Kernaussagen vor Ort zählten unter anderem: Mütter die während der Schwangerschaft 4000 IU an Vitamin D eingenommen hatten, hatten auch ein 50% geringeres Risiko für eine Frühgeburt. Ebenso reduzierte sich das Risiko für Infekte um 25%. Mit Infekten seien hier vor allem die Grippe, vaginale Infekte und Infekte des Mundes gemeint. Die Ergebnisse waren offenbar so prägnant, dass beispielsweise der Forscher Dr. Bruce Hollis der Medizinischen Uni in South Carolina meinte, er würde jeder schwangeren Frau sowie jeder stillenden Frau empfehlen Vitamin D zu supplementieren. Ebenso meinte er, dass es unverantwortlich sei, wenn Ärzte heutzutage nicht einmal auf die Idee kommen die Vitamin D Level von Frauen zu prüfen.

Persönlich wurde ich nicht ein einziges Mal nach meinen Vitamin D Leveln gefragt und musste das Ganze selbst in die Hand nehmen. Leider wird einem ein ziemlicher Standard auferlegt und Individualität geht in einer Schwangerschaft sehr stark verloren. Insofern kann ich nur dazu anregen sich selbst zu informieren und reichlich Fragen zu stellen. Auch wenn manchen Ärzten eine fragende Patientin ziemlich unangenehm ist. Ich spreche aus Erfahrung. In meinem Fall hat sich die Eigeninitiative auf alle Fälle gelohnt. Blind würde ich allerdings auch nicht supplementieren. Der einzig akkurate Weg um festzustellen ob die persönlichen Level passen, ist sie testen zu lassen und dann entsprechend zu reagieren. Standardmäßig wird ein Level zwischen 20 und 56 ng/ml empfohlen. Alles unter 20 ng/ml wird als richtiger Mangel angesehen und kann sogar mit 16 verschiednen Krebsarten sowie Autoimmun-Erkrankungen wie MS  in Verbindung stehen. Das optimale Level und Ziel sollten locker 50-70 ng/ml sein. Zumindest handhabe ich das so und sind das die Ergebnisse meiner Recherchen.

Probiotika

Gesundheit beginnt im Darm. Und ich bin ziemlich sicher das gilt für Schwangere genauso wie für jeden anderen Menschen auch. Doch auch hierauf wird kaum ein Arzt von alleine kommen. Sorry not sorry. Hinzukommt ja diese irre Bakterienangst die sich in der Schwangerschaft dank dezenter Panikmache von außen noch verstärkt. Ich bin aber ein eingefleischter Fan von einem Fokus auf Darmgesundheit und habe selbst damit die besten Erfahrungen gemacht. Meine Recherchen haben gezeigt, dass vor allem der kleine Bauchbewohner von einem gesunden Darm und vor allem einer ausgeglichenen Flora der Mama profitieren kann. Kommt das Baby auf natürlichem Weg (sprich, ohne Kaiserschnitt) zur Welt, nimmt es über den vaginalen Kanal der Mutter essentielle Bakterien auf welche die Basis für die Zusammensetzung der Darmflora bilden. Insofern finde ich es sinnvoll sich als werdende Mama oder als Frau die eine Schwangerschaft plant intensiv mit der eigenen Darmgesundheit zu beschäftigen und die auf Vordermann zu bringen. Man weiß mittlerweile auch, dass vor allem Schwangerschaftssupplemente mit Bifidobacterium Bifidum, B. lactis, Lactobacillus acidophilus, Lactobacillus rhamnosus helfen können Lebensmittel Allergien in Neugeborenen mit einer familiären Prädisposition für Allergien vorzubeugen. B. Reuteri und auch B. Rhamnosis sollen vor allem im dritten Trimester besonders wertvoll sein. Letzteres sowie B. lactis sollen sogar das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes reduzieren können. Kein Wunder. Darmbakterien haben schließlich auch die Fähigkeit die Zuckerverwertung in unserem Körper zu beeinflussen.

Meine Devise war im Rahmen meiner oder unserer Vorbereitung auf die Schwangerschaft schon sehr meine Darmgesundheit zu fokussieren um die beste Ausgangssituation für das Baby zu schaffen. Seither nehme ich unter anderem regelmäßig ein Probiotikum zu mir. Dabei wechsle ich die Anbieter immer wieder um eine Vielzahl an Bakteriensträngen zu mir zu nehmen und achte dabei vor allem auf Stränge die im Hinblick auf Allergieprävention bei Baby dienlich sein können. Es lohnst sich wie ich meine auch vor und/oder während der Schwangerschaft mal eine Stuhlanalyse durchführen zu lassen um hier ein akkurates Bild der Situation zu bekommen und entsprechend handeln zu können.

Folat (B9)

Folat ist ein wasserlösliches B-Vitamin. Es kommt natürlich in Lebensmitteln vor und wird synthetisch als Folsäure in Nahrungsergänzungsmitteln angeboten. Es ist wichtig für de Zellteilung und allerlei Wachstumsprozesse. In der Schwangerschaft und vor der Empfängnis ist es besonders wertvoll. Ein Mangel äußert sich in Blutarmut, Verdauungsstörungen oder auch Schleimhautveränderungen. In der Schwangerschaft kann ein Mangel einen negativen Effekt auf die Entwicklung des Kindes haben. Vor allem konnte gezeigt werden, dass eine ausreichende Versorgung vor der Schwangerschaft die Entstehung von Neuralrohrdefekten (Spina bifida) bei dem Baby reduziert. Nun bekommt man reichlich Supplemente an jeder Ecke die Folsäure liefern. Persönlich würde ich aber hier ganz besonders auf die Qualität bzw. genaue Zusammensetzung achten.

Warum? Es gibt einen Gendefekt unter dem offenbar jede Menge oder zumindest ausreichend viele Personen leiden. Die MTHFR Gen Mutation führt dazu, dass der Folat Stoffwechsel eingeschränkt ist. Es gibt diesen Defekt in verschiedenen Stärken und Ausführungen. Jedenfalls kann sich diese Mutation auf den Entgiftungsprozess des Körpers auswirken, Auto-Immun Erkrankungen wie Hashimoto begünstigen, den Homocysteinstoffwechsel beeinflussen und so weiter und so fort. Letzterer ist Teil des Proteinstoffwechsels im Körper. Homocystein muss umgehend abgebaut werden und das ist ohne Folsäure nicht möglich. Hohe Homocystein Werte sind gar nicht so ungefährlich und begünstigen diverse Erkrankungen. Frauen die jedenfalls bereits mehrfach unter Fehlgeburten gelitten haben, sollten sich mehr mit dem MTHFR Gen Defekt beschäftigen und könnten davon betroffen sein. Ist man davon betroffen, geht es darum jenes B9 zu sich zu nehmen, dass vom Körper gut aufgenommen werden kann. 5-MTHF ist hier die natürlich vorkommende bioaktive Form von Folsäure und ist für den Organismus direkt verfügbar. Sprich, sie muss im Gegensatz zur Folsäure nicht über das Enzym MTHFR aktiviert werden. Denn gerade Menschen mit dem Defekt können Folsäure nur minder optimal in bioaktives Folat verwandeln.

Grundsätzlich wird empfohlen schon vor der Empfängnis Folat einzunehmen. Ich stimme zu. Meine Recherchen zeigen, dass es sogar ideal wäre schon 3 Monate davor zu beginnen. Warum ist das so? Weil sich das Neuralroh schon in den ersten 4 Schwangerschaftswochen bildet und die wenigsten Frauen dann schon wissen, dass sie schwanger sind. Eine folatreiche Ernährung mit Grünzeug, Leber, Hülsenfrüchten, Vollkorn und Ei ist hier schon mal eine gute Ausgangsbasis. Bis in etwa zur 14 Schwangerschaftswoche soll man Folat einnehmen und danach ist es meist Teil eines guten Schwangerschaft Supplements. Persönlich würde ich (ob mit oder ohne Gen Mutation) empfehlen, die aktive Form von Folat einzunehmen oder ein Präparat zu finden, dass eben auch die aktive Form beinhaltet. Die aktive Form wird bezeichnet als: Metafolin, 5-MTHF, 5-methyltetrahydrofolate. Vermeiden würde ich Produkte die ausschließlich Folsäure listen oder nur folic acid angeben.

Und weil ich weiß wie schnell man in der Schwangerschaft Panik schiebt, hier noch ein paar Worte zum Schluss. Wer unter meinen Lesern an dieser Stelle schon schwanger ist und weder Vitamin D, Folsäure oder Probiotika bedacht hat: Keine Panik! Mama hat während der Schwangerschaft selten Priorität. Sprich, das Baby saugt erstmal sowieso an den mütterlichen Nährstoffen wie ein kleiner Vampir. Und erst wenn da dann nichts mehr da ist, kann es zu einem Mangel bei dem Zwerg kommen. Und das merkt man aber meine ich vorher schon und kann entsprechend gegensteuern. Und wenn es um die Probiotika geht. Damit kann man immer beginnen und selbst nach der Schwangerschaft sind die dank Hautkontakt und Muttermilch noch wertvoll für das Baby.

Quellen:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9042042 

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11297958

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24947281/

https://articles.mercola.com/sites/articles/archive/2010/07/22/pregnant-women-advised-to-get-more-vitamin-d.aspx

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5426322/

http://www.medizinische-genetik.de/index.php?id=mthfr-defizienz

 

Alle hier angegebenen Informationen basieren auf persönlichen Erfahrungen und Recherchen. Selbstverständlich ersetzt ein Beitrag dieser Art keinen Arztbesuch oder die Eigeninitiative selbst noch weiter zu forschen. 

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