Ein Interview mit dem Salzburger Vitalkisterl und ein Rezept für Kürbis Nockerl

Vor kurzem durfte ich das Salzburger Vitalkisterl testen und war ganz hin und weg. So gerne ich auch auf den wöchentlichen Schrannen Markt hier in Salzburg gehe. Manchmal bleibt mir einfach keine Zeit dafür. Und für solche Gelegenheiten finde ich das Vitalkisterl eine tolle Idee. Im Grunde handelt es sich dabei um ein Unternehmen, dass einem das frische Gemüse direkt vor die Haustür liefert. Im Fall vom Vitalkisterl kommen Rezeptideen auch gleich mit dazu und das Kisterl ist stets bunt und ziemlich voll bestückt. Von dem tollen Preis-Leistungs Verhältnis war ich selbst echt positiv überrascht. Ich meinem Gemüse-Kisterl waren nämlich jede Menge bunter Gemüsesorten drinnen: unter anderem gegarte Rote Bete, Vogerlsalat, Kürbis, Karotten, Sellerie, Suppengemüse, frische Kräuter und Zwiebel. Da soll noch einer sagen im Winter gibt es keine Auswahl. Es hat unseren 2 Personen Haushalt jedenfalls locker eine komplette Woche versorgt – und wir essen viel Gemüse. Besonders toll finde ich, dass man durch so ein Kisterl immer wieder mal Gemüsesorten kennenlernt, die bis dato ein Mysterium waren oder dazu angeregt wird auch mal mit jenen Sorten zu kochen, die man im Supermarkt eher weniger einpacken würde. Ich hab mir bis dato beispielsweise noch ganz selten einen Butternut Kürbis gekauft. Und der kommt jetzt garantiert öfter auf den Tisch.

Das Vitalkisterl hier in Salzburg gefällt mir besonders gut weil ihr Schwerpunkt die regionale und saisonale Ware ist. Und jeder der schon länger auf Individualisten unterwegs ist weiß, dass mir das Thema “gesunder Darm” besonders wichtig ist. Was das mit saisonalem Gemüse zu tun hat? Gerade erst habe ich gelernt, dass saisonale und vor allem regionale Gemüse- und Obstsorten unserem Darm besonders gut tun. Der mag nämlich das aus der Region viel lieber als die fremden Bakterien aus dem Ausland. Und ebenso passen sich unsere Darmbakterien der Saison an. Im Sommer gibt es jene, die besser mit dem sommerlichen Gemüse wie Gurken oder Paprika umgehen können und im Winter jene Bakterien die Wurzelgemüse lieben und sich dadurch vermehren. Und eine ausgeglichene und vor allem glückliche Darmflora ist schließlich die Basis für unsere Gesundheit. Und weil ich auch ein Fan heimischer Unternehmen bin, will ich euch die Menschen und das Konzept hinter dem Salzburger Vitalkisterl heute vorstellen. Ich bin sicher, ihr werdet ähnlich begeistert von dem kleinen aber feinen Team sein wie ich.

Was genau ist ein Vitalkisterl?

Ein Vitalkisterl ist das Gemüsekisterl, welches zu 100%  mit dem Salzburger Jahreszeiten Gemüse gefüllt ist. Woche für Woche lässt sich im Kisterl blicken, was gerade in Salzburg erntereif ist.

Wer steckt hinter dem Kisterl und wie kam es zur Entstehung des Vitalkisterls Salzburg?

Hinter dem Vitalkisterl steckt die Idee, Bauern und Kunden zu verbinden. Wir sind der Verbindungs- und Service Faktor in der Mitte. Die Region mit Ihren Stärken zu zeigen, ist eine schöne Sache für die wir brennen. Und da wir durch und durch Gemüsefreunde sind, passt die Idee perfekt zu uns.  Wir glauben an die Kraft einer Region und sind der Meinung, dass Lebensmittel in einer Region einen unschätzbaren Wert darstellen, den wir gerne bewusster machen. Weiters steckt ein Team voller Gemüsefreunde dahinter.

Und wie kann man sich so eine Kisterlieferung als Kunde genau vorstellen?

Wer Gemüse liebt, hat es gut bei uns. Je nach Variante bilden Salat, Karotten und Kartoffel die Basis im Kisterl. Ergänzt wird mit erntereifem Gemüse der Saison, knackigem Naschgemüse, frischgebundenen Kräuter Sträußchen und einem Rezept passend zum Inhalt.

Das Kisterl kommt dann innerhalb und im kleinen Radius außerhalb der Stadt direkt vor die Haustüre, ins Büro oder zu einer Depotstelle. Ganz nach persönlichem Frischgemüse Bedarf, wird das Kisterl wöchentlich oder 14-tägig geliefert.

Wer entscheidet was reinkommt?

Im Grunde die Natur. Das Gemüse wird auf dem Höhepunkt seiner Reife geerntet und so wird das Kisterl Woche für Woche neu komponiert. Denn Witterung und Temperatur wirken sich unmittelbar auf die Kisterl Gestaltung aus.

Und man hat bei euch sogar die Wahl, neben Gemüse auch noch weitere Produkte geliefert zu bekommen? Was genau?

Es gibt Brot, legefrische Eier und Obst. Das Brot kommt von ausgewählten Bäckern aus der Region und zeitweise von einer Bäuerin die auch das Getreide selbst anbaut und sehr kreativ ist. Dann gibt es noch das Obst, welches aus den sonnenreichsten Regionen Österreichs kommt. Auch hier gibt’s was gerade reif ist und schmeckt. Gerade erinnere ich mich an knallrote Kirschen und den heurigen unvergesslichen Marillen Geschmack zurück.

Was sind eure Argumente für saisonales Obst und Gemüse?

Argumente sind die Frische und der Nährstoffgehalt, welcher am Höhepunkt der Reife ideal ist. Ist das Gemüse halbreif, fehlen sekundäre Pflanzenstoffe. Wenn man lokal einkauft ist das ein großer Vorteil, weil dann lange Lieferwege sowie Zwischenlagerung entfallen. Wer lokal kauft, kauft automatisch saisonal.

Ihr arbeitet ausschließlich mit regionalen Betrieben zusammen. Wie viele sind es im Schnitt? Steht ihr mit allen in direktem Kontakt und was sind eure Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit?

Im Schnitt arbeiten wir direkt mit 10 Salzburger Familien Betrieben zusammen. Für eine gute Zusammenarbeit bedarf es mehrerer Vorrausetzungen. Frische Ernte und Handschlag Qualität sowie Zuverlässigkeit sind nur einige davon.

Farm to Table ist ein Begriff der immer mehr zunimmt. Wie lange braucht euer Gemüse vom Feld zum Kunden?

Das Salzburger Vitalkisterl wird am Dienstag und Mittwoch ausgeliefert. Die Ware  wird  je nach Gemüse am Vortag geerntet und optimal gelagert. Die Salzburger Landwirtschaft arbeitet nur zum Teil industriell, dafür mit viel Handarbeit. Es ist schon ein Meisterstück bis das Gemüse verkaufsfertig ist. Gemüse das gebündelt werden muss, wie Radieschen, Karotten, Mini Rettiche, … werden beispielsweise am Feld gezogen und gebündelt. Dann gewaschen und zur Anlieferung gerichtet. Da bedarf es schon einiges an  Vorarbeit. Salate werden je nach Bauer in der Früh geschnitten und dann geht’s direkt in die Vitalkisterl Werkstatt. Dort wird gewogen und die Kisterl werden schön zusammen gerichtet. Dann geht es direkt ab zum Kunden. Zum Teil per Radkutsche. Noch frischer geht’s eigentlich nur wenn man einen eigenen Garten hat.

Immer wieder finden sich auch Bio-Produkte in eurem Kisterl? Warum ist nicht alles bio?

Wir haben da einen anderen Zugang. Gemüse das wir nicht kennen, kaufen wir nicht. Wir glauben an die Kraft der Region und unterstützen die Bauern vor Ort. Darin sehen wir Qualität und Glaubwürdigkeit. Das Salzburger Vitalkisterl ist ganz klar positioniert als lokales Kisterl. Wir kaufen zu 100 % bei den Salzburger Bauern im Umkreis von 10 Kilometern. Lokal und nach Saison. Das ist unsere Philosophie, das ist woran wir glauben. Die Bauern unterliegen strengen Kontrollen, welchen wir vertrauen. Bio Kisterl darf sich nennen, wer zu 100% zertifizierte Ware verkauft. Da gibt es bereits Anbieter im nahen Umkreis.

Weiters ist der Standort Salzburg bekannt für seine  hervorragenden Qualitätsprodukte, welche höchste Standards erfüllen. Die Salzburger Bauern produzieren auf höchstem Niveau und kleinen Flächen. Das heißt auch, dass der Einsatz von Pflanzenschutzmittel sparsamste Verwendung findet. Da hat sich in den letzten Jahren viel getan. Die Überschaubarkeit von kleinen Flächen ist dabei sicherlich ein Vorteil. Gegossen und gewaschen wird das Gemüse übrigens mit Untersberger Trinkwasser Qualität.

Über das Gütesiegel hinaus gibt es weitere menschliche Faktoren die für den lokalen Einkauf sprechen. Hier können die Bauern von Ihrer Arbeit leben. Das klingt banal. Bei genauerem Hinschauen ist es das aber nicht. Ein Gütesiegel alleine sagt nichts über Arbeitsbedingungen, Wasser Qualität und über die Ressourcen Lage des jeweiligen Landes aus. Wir importieren Gemüse von Ländern die enorme Probleme mit der Ressource Wasser haben. Das macht für uns keinen Sinn.

Welche Jahreszeit ist eurer Meinung nach jene, die am meisten buntes Gemüse abwirft?

Das ist reine Geschmackssache. Jede Jahreszeit hat Ihren Reiz. Und da verlieben wir uns ehrlich gesagt jede Woche aufs Neue. Die Frühlingskisterl überzeugen in radieschenpink und spinatgrün. Im Sommer leuchten die Kisterl in melanzanelila, tomatenrot und zucchinigrün. Im  Herbst pfeift es in kürbisorange und in roterübenmagenta. Der Winter hat sein chinakohlgrün, steckrübenviolett, blaukrautviolett, …

Ihr macht jährlich eine kurze Pause mit euren Lieferungen. Wann und wieso?

Da wir zu 100%  Salzburger Gemüse (kein Zukauf) liefern, fährt das Vitalkisterl  bis das Lagergemüse weitgehend aufgebraucht ist. Wir möchten höchste Qualität und eine gewisse Vielfalt im Kisterl zeigen und das gelingt bis Ende Februar. Auch das letzte Kisterl soll noch „pfeifen“ und die Herzen der Gemüsefreude höher schlagen lassen. Ende Februar, Anfang März werden dann wieder die ersten Pflanzen gesetzt und Mitte April starten wir wieder frisch und fröhlich aufs Neue. Außerdem freuen sich die Kunden unglaublich und schätzen die Kisterl Qualität danach ganz besonders.

Was muss man als interessierter Salzburger machen um euer Kisterl zu bekommen?

Einfach direkt auf der Vitalkisterl Homepage bestellen.

Könnt ihr zum Schluss noch 5 Vorteile nennen, die ein Vitalkisterl zum Muss für einen jeden Haushalt machen?

  1. Man hat immer etwas Gesundes zum Essen daheim.
  2. Der Kisterl Service kann eine willkommene Erleichterung und Zeitersparnis sein.
  3. Jede Woche eine knackige Überraschung.
  4. Die Chance Gemüse besser kennen zu lernen, dass man sonst vielleicht nicht kaufen würde.
  5. Ein gute Gelegenheit die Gemüse Schätze der eigenen Region kennen zu lernen.

Vielen lieben Dank an das Salzburger Vitalkisterl für den spannenden Beitrag. Übrigens, werft unbedingt einen Blick auf dieses tolle Video des Salzburger Vitalkisterl. Es zeigt wie bunt und vielfältig saisonale Küche sein kann.

Und weil es mir der coole Kürbis aus dem Kisterl so angetan hat, will ich auch direkt ein vom Salzburger Vitalkisterl inspiriertes Rezept mit euch teilen.

Kürbis Nockerl mit Radicchio und Balsamico

270g Butternut Kürbis, im Ofen geröstet, ohne Schale

120g Buchweizenmehl

1 Ei

Salz und Pfeffer

 

Radicchio

1 halbe rote Zwiebel

Ghee

Balsamico Essig

Parmesan

 

Den Kürbis im Ofen backen bis er weich ist. Entkernen und auslöffeln. Den Kürbis (ohne Schale) mit einer Gabel zerteilen und mit den restlichen Zutaten zu einem Teig verrühren. Einen Topf mit Wasser aufstellen. Dieses zum Kochen bringen und dann zurückdrehen. Mit einem nassen Löffel jeweils kleine Nockerl des Teigs in das Wasser löffeln. Sie sollten sich im Wasser gut vom Löffel lösen. Zugegeben, sie werden keinen Schönheitspreis gewinnen. Aber schmecken tun sie. Zuerst werden die Nockerl absinken, anschließend aufsteigen. Sobald sie an der Oberfläche schwimmen, sollten sie noch ein paar Minuten ziehen und dann kann man sie ohne Probleme abseihen. Die Nockerl schließlich in etwas Ghee anbraten. Parallel dazu bereits den Radicchio klein schneiden und mit etwas klein geschnittenem Zwiebel in einer Pfanne in etwas Ghee anbraten. Mit einem Schuss Balsamico Essig ablöschen. Nach Belieben salzen. Den Radicchio auf den angebratenen Nockerln verteilen und das Ganze mit Salz, Pfeffer, einem weiteren Schuss Balsamico, frisch geriebenen Parmesan und etwas Vogerlsalat mit Schnittlauch on the side servieren.

Wem der – für unsere Verdauung so wichtige – bittere Geschmack des Radicchio nicht zusagt, der kann ebenso eine alternative Beilage wählen. Radicchio war das einzige Gemüse, dass ich noch daheim hatte und nicht mit dem Kisterl geliefert wurde. Aus dem Kisterl hätte man aber ebenso gut das Karottengrün der Karotten zu Pesto verarbeiten können um das unter die Nockerl zu mischen. Hier ein Rezept dazu.

In Kooperation mit dem Salzburger Vitalkisterl entstanden. 

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