Mein Besuch beim Bio-Hotel Daberer in Kärnten

Vor ein paar Wochen waren meine bessere Hälfte und ich beim Bio-Hotel Daberer zu Besuch. Einige von euch konnten das Ganze auf Instagram oder Facebook mitverfolgen. Von Vielen von euch hab ich ein “Da wollte ich immer schon einmal hin” gehört. Kann ich verstehen, ging mir nicht anders. Via Instagram wurde ich auf das Bio-Hotel Daberer aufmerksam und es stand auf meiner Österreich Liste ganz oben. Endlich hab ich es geschafft und ich war garantiert nicht das letzte Mal dort. Die Philosophie des Hotels ist ganz auf meiner Wellenlänge, das Essen genial und das Ambiente einfach nur gemütlich. Vor Ort hab ich mich mit Marianne Daberer auf ein Gespräch getroffen und über Nachhaltigkeit, die Geschichte des Hauses und die Grundeinstellung ihrer Familie geplaudert. Ich finde es immer spannend einen Blick hinter die Kulissen bei solch inspirierenden Betrieben zu werfen. Meine Erfahrungen und Erkenntnisse will ich heute mich euch teilen.

Unsere Zeit beim Bio-Hotel Daberer

Erstmal fuhren wir von Salzburg aus rund 3 Stunden nach Kärnten, um genauer zu sein ins Gailtal. Ich war dort noch nie und hab auch noch nie von besagtem Tal gehört. Stellt sich raus, dort wird aber einiges geboten. Nicht nur kann man dort im Winter Ski fahren und Langlaufen, im Sommer bieten sich Wander- und Radwege an und die Gegend ums Biohotel Daberer ist sogar die erste Slow Food Region der Welt. Mag sein, dass ich als Österreicherin nicht ganz objektiv bin, aber ich behaupte mal, dass Österreich so ziemlich überall schön ist. Die erste Slow Food Region der Welt in Kärnten zu finden, hat mich aber echt richtig begeistert.

Die Zimmer

Bei der Ankunft findet man ein großes aber nicht zu großes Hotel inmitten der Natur vor. Soweit so gut. Umgehend wurden wir an der Rezeption freundlich begrüßt und auf einen Pfefferminztee eingeladen. So konnten wir erst mal “ankommen”. Das modern eingerichtete Zimmer wartete bereits auf uns. Im Alpinstudio konnten wir uns auf angenehme Holzelemente und jede Menge feine Details freuen: Bienenwachs Seife im Bad, eigene kuschelige Bademäntel für den Wellnessbereich, jede Menge frisches Quellwasser, ein Begrüßungsapfel am Kopfpolster und eine atemberaubende Aussicht.

Der Service

An dieser Stelle sei anzumerken, dass meine Wenigkeit bald Nachwuchs bekommt (SURPRISE!) und ich mir deshalb auch vorab eine “Rund und Schön” Mama Massage gebucht habe. Dazu gehörte eine Mama Box am Zimmer. Und die hat mich umgehauen. Eine kleine Bücherei mit einer Vielfalt an Leih-Büchern rund um Baby und Schwangerschaft stand für mich bereit und ich hab in 3 Tagen dort 3 Bücher gelesen. Dazu gab es noch Tee und Naturkosmetik zum Mitnehmen. UND ich hab mich beim Daberer verliebt. In ein Still- / Schlafkissen, dass mir kostenlos zur Verfügung gestellt wurde und meinen Schlaf derart verbessert hat, dass ich mir besagtes Kissen daheim gleich selbst zugelegt habe. Diese Erfahrung ist Zeichen eines wirklich ausgezeichneten Kundenservice vor Ort. Und der hat sich auch noch weiter durchgezogen.

Das Essen im Bio-Hotel Daberer 

Auf das Essen haben wir uns nämlich besonders gefreut. Nicht nur weil alles bio, regional und ziemlich gesund gestaltet wird im Bio-Hotel Daberer. Sondern weil man schon vor der Anreise die Chance hatte anzumerken, ob man denn besondere Wünsche im Bereich Essen hätte. Für mich persönlich waren die wichtigsten Aspekte beim Essen bereits abgedeckt: bio, nachhaltig und eine gesunde Mischung. Auf Zucker ließ sich dann recht leicht verzichten. Meine bessere Hälfte muss allerdings seit einiger Zeit auf Gluten verzichten. Das haben wir angekündigt und genau das wurde auch geliefert. Ohne jegliches Tamtam wurde ihm glutenfreies Gebäck angeboten und auch das Menü am Abend wurde auf seine Wünsche ganz ohne Probleme angepasst. Geschmeckt hat alles so gut, dass wir täglich mit vollem Bauch ins Bett gefallen sind. Was will man mehr. Übrigens, das Frühstück hat mich umgehauen. Von frisch gepressten Säften (Obst und Gemüse), über hausgemachtes Porridge, bis hin zum hausgemachten Kartoffelbrot, der Rohmilch Butter oder veganen Milch, war alles dabei!

Die Umgebung und das Angebot

Neben Frühstück, Mittagssnack und Abendessen, haben wir unsere Tage beim Daberer aber nicht nur mit Essen verbracht. Die Gegend rund um das Hotel lädt auch für kleine Wanderungen ein und so haben wir den Naturteich, die Forellenzucht und die Waldsauna des Daberer entdeckt. All das hat uns zu dem Fazit geführt, dass wir unbedingt mal im Sommer wiederkommen müssen. Auch der Wellnessbereich und Pool haben uns begeistert. Von Infrarotsauna über Dampfbad bis hin zu gemütlichen Ruheräumen sowie einer riesigen Bibliothek, lässt das Hotel echt keinen Wunsch offen. Man fühlt sich dort einfach wohl. Und weil das noch nicht genug ist, wird im Daberer auch noch jeden Tag volles Programm geboten. Über Yoga, Pilates, Faszientraining bis hin zu Vorträgen, Workshops und Ausflügen ist alles mit von der Partie. Sogar einen Workshop zum Fermentieren von Gemüse habe ich entdeckt. Hier scheint die Küche recht engagiert zu sein. Beim täglichen Buffet bekommt man nämlich ständig ein anderes fermentiertes Gemüse angeboten. Wer Individualisten nur ein bisschen kennt weiß spätestens jetzt, dass dieses Hotel genau meins ist.

Und im Gespräch mit Marianne Daberer konnte ich dann noch mehr Spannendes erfahren.

Schon einige Zeit hab ich den Daberer am Radar. Das ist vor allem der Marketing Arbeit von Marianne Daberer zu verdanken. Richtig authentisch führt sie nämlich den Instagram Account zum Hotel und liefert auf sympathische Art und Weise coole Einblicke in das Bio-Hotel Daberer und hinter die Kulissen. Geben tut es den Daberer aber schon recht lange.

Die Geschichte und Entwicklung

Thomas Daberer legte den Grundstein als er 1928 eine Heilquelle kaufte und so das Heilbad St. Daniel gründete. Marianne erzählt, die Menschen der Umgebung, haben sich einen schönen Sonntagsausflug aus dem Besuch des Heilbads ihres Großvaters gemacht. Sie haben in Wannenbadewannen gebadet und das heilende Wasser genossen. Ich finde ja, ihre Erzählungen erinnern ein bisschen an das alte Rom. Neben der Quelle, war auch das Gasthaus ein ziemlicher Renner. 1978 übernahmen dann schließlich Inge und Willi Daberer den Betrieb. Sie stellten das Ganze auf eine Bio-Pension um und galten somit ein bisschen als die “g`sunden” Spinner der Gegend. Kein Wunder. Bio in den 80ern? Ziemliche Vorreiter wie ich finde. Und dennoch bekamen die Gäste nicht nur Körndlfutter sondern gesunde und anständige Kost die gut tat.

Immer schon hat sich Familie Daberer über den Qualitätsgedanken definiert. So wurde auch damals schon das Brot selber gebacken, Gemüse eingelegt und auf regionale Produkte geachtet. Und diese Verbundenheit zu Qualität zieht sich bis heute durch. Man merkt im Gespräch mit Marianne Daberer, dass diese Überzeugung einfach Teil ihrer Familie ist – sie spricht vom gesunden Menschenverstand – und es so eine Leichtigkeit ist, diese Philosophie auch beruflich zu leben und zu integrieren. Macht Sinn. Seit den 80ern ist das Haus gewachsen und heute stehen Marianne und ihr Bruder Christian im Betrieb und managen das Ganze im Bruder-Schwester Duo mit Hilfe der immer noch recht aktiven Eltern.

Selbst hab ich schon mehr oder weniger gute Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Eltern gesammelt. Insofern konnte ich mir die Frage nicht verkneifen, wie die Zusammenarbeit in der Familie denn so funktioniere. Marianne ist überzeugt davon, dass die gute Zusammenarbeit auf der unterschiedlichen Aufgabenverteilung basiert. Ihr Bruder und sie seien grundverschieden, aber ein ziemlich gutes Team. Er kümmere sich beispielsweise um seine Leidenschaft den Bio-Wein und sei hier ein toller Berater für die Gäste. Sie selbst findet ihre Stärken im Interieur Design sowie im Marketing und kann hier ihre eigene Note reinbringen. Als Familie haben sich die Daberer´s aber im Prozess der Umgestaltung und Entwicklung des Hauses von externen Experten begleiten und unterstützen lassen. Und das spricht für mich für eine Familie die nicht nur offen für Veränderung ist, sondern ebenso immer in Bewegung bleiben will. Sehr inspirierend.

Der Daberer. Das Bio-Hotel. Die mit dem Vogel.

2012, so berichtet Marianne, fand erstmals – ganz im Sinne der ständigen Weiterentwicklung – ein Marketing Workshop im Hause Daberer statt. Ihr heutiges Logo – der Vogel – wurde damals bereits vorgeschlagen. Bis heute hat besagter Vogel übrigens keinen Namen. Man will ihn nicht verniedlichen. Steht er immerhin für eine Familie die aus Überzeugung handelt, nicht jedem Trend folgt und einfach das Hirn und den gesunden Menschenverstand einschaltet. Ein Slogan der den Witz und individuellen Geist der Familie widerspiegelt fehlte noch. So lauschte Marianne eines Tages ihrem Vater als er mit einem Gast sprach und sagte: “Wir sind die mit dem Vogel”. Und geboren war er, der perfekte Spruch zum Hotel und Logo. “Das spiegelt unsere Verrücktheit wider. Und es ist gut, ein bisschen verrückt zu sein”, so Marianne Daberer.

Von Slow Food, über Energieschaufenster bis hin zu spannenden Workshops

Und dieser mir persönlich sehr sympathische Hausverstand im Hinblick auf Essen, Nachhaltigkeit und Wohlbefinden spiegelt sich in jedem Aspekt des Hotels wider. Im Wellnessbereich wird ausschließlich Naturkosmetik verwendet. Ein Energieschaufenster in der Lobby zeigt den täglichen Verbrauch des Hotels und fördert so das Bewusstsein der Gäste. Die Bauweise ist so nachhaltig wie möglich. So wird beispielsweise Solar genutzt. Im Schwimmbad badet man im hauseigenen Quellwasser. Besagtes Heilwasser kommt auch aus jedem Wasserhahn und als Gast kann man sich laufend an der hauseigenen Quelle bedienen und selbstverständlich aus bereit gestellten Glasflaschen schlürfen. In Zeiten von Nestlé ein ziemlicher Luxus.

Bio-Qualität, Slow Food und regionale Stärke

Der Daberer gilt als Bio-Hotel. Insofern sind sie auch mit einem Teil-Sortiment zertifiziert. Teil deshalb, weil einige der Lebensmittel aus der Region kommen und kein Bio-Siegel tragen. Ist dies der Fall, so Marianne Daberer, stimmt die Qualität dennoch. Sie weiß, dass regional nicht automatisch gesund und gut bedeutet. Sie weiß aber auch, dass regional manchmal sogar besser als biologisch heißen kann. Ein Ansatz der mich begeistert. So schwärmt Marianne beispielsweise vom Gemüsebauern im Dorf, der das beste Gemüse überhaupt liefert und biologischer nicht handeln könnte. Und das ganz ohne Siegel. Das hat er übrigens nur deshalb nicht, weil er eine alte, traditionelle Scheune nicht umbauen und den aktuellen Standards anpassen will.

Qualität in jeder Hinsicht beim Bio-Hotel Daberer

Nicht zu vergessen ist an dieser Stelle, dass das Eck in welchem sich auch der Daberer befindet, die erste Slow Food Region der Welt ist. Eine mittlerweile weltweite Bewegung die Artenvielfalt, Biodiversität und  die Vielfalt im Essen fördern will. Der Gast wird hierbei als Co-Produzent involviert, um so die Wertschätzung für Ernährung wieder in den Vordergrund zu stellen. Und so gehören Butter rühren, Brotbacken oder Kräuter sammeln wieder dazu und entwickeln sich immer mehr zum Trend. Back to the roots eben. Auf dieser Idee basieren auch die zahlreichen Workshops die im Daberer angeboten werden. Vor 4 Jahren beispielsweise gab es derart viel Schnee im Winter, dass die Gäste das Hotel nicht verlassen konnten. Was also tun? Marianne Daberer berichtet, dass eine Mitarbeiterin damals mit den Gästen begonnen hat zu stricken. Und man glaubt es kaum, aber das etwas alternative Freizeitprogramm kam so gut an, dass auch heute noch mit den Gästen im Rahmen des “Handgemacht” Programms gestrickt und gebastelt wird. Meist werden Workshops wie dieser von den hauseigenen Mitarbeitern veranstaltet – was meiner Ansicht nach für deren Qualifikation und Begeisterung für den Job spricht. So gibt es neben der Option das Fermentieren zu erlernen, auch Meditation Abende, ein Winterkino und die Vorstellung von regionalen Produkten. Die Mitarbeiter des Bio-Hotel Daberer sind übrigens so gut wie alle aus der Region und Stammmitarbeiter. Und auch das spricht für ein Haus das nicht nur Qualität am Kunden sondern ebenso am Mitarbeiter liefert.

Für Reisegruppen ist das Bio-Hotel Daberer nicht buchbar. Individual Reisende sind die Zielgruppe. Auch externe Vortragenden können sich nicht einbuchen. Das eigene Team liefert so viel Qualität, dass das vereinte Wissen rund um Genuss, Wohlbefinden und Erholung eine perfekte Basis bietet. Ich finde diese Individualität und der immer und in jedem Bereich mitschwingende Qualitätsgedanke, machen dieses Hotel zu einem Highlight in Österreich. Ich bin gespannt auf weitere Einfälle der Familie Daberer und freu mich auf meinen nächsten Besuch dort.

*Dieser Beitrag ist in Kooperation mit dem Bio-Hotel Daberer entstanden. An dieser Stelle ein großes Dankeschön für die Einladung, die freundliche Betreuung und bereichernde Erfahrung. 

 

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2 Kommentare

  • Reply
    Die Küche brennt
    14. Februar 2018 at 8:46

    Das hört sich wirklich wirklich gut an und dazu noch die vielen schönen Bildern. Da hat sich wohl ein weiteres Hotel auf unsere Urlaubsliste geschlichen 😀 Wir waren die letzten 2 Jahre schon immer 1x im Jahr in Österreich und dieses Jahr ist es auch wieder geplant <3

    • Reply
      Eva
      14. Februar 2018 at 15:23

      Das freut mich. Ist wirklich richtig toll dort. Lass mich wissen wenn du es schaffst und wie du es findest. Lieben Gruß, Eva 🙂

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