Superfoods für unseren Darm & wie wichtig der eigentlich ist!

„Jede Krankheit beginnt im Darm“ – das hat Hippokrates schon vor 2000 Jahren gesagt. Und der gute Kerl lag damit gar nichts so falsch. Immer mehr Forscher fokussieren sich auf unserer sogenanntes 2. Gehirn. Zahlreiche Studien bestätigen, dass ein ungesunder Darm mit den verschiedensten Erkrankungen wie Diabetes, Übergewicht, Depressionen, Autismus, Alzheimer sowie Hauterkrankungen in Verbindung steht. Und dennoch fühlen sich immer noch so viele unter uns peinlich berührt wenn man das D-Wort erwähnt. Wenn man drüber nachdenkt ist unser Darm eigentlich ein Wunderwerk der Natur auf das man so richtig stolz sein kann. Trillionen an Bakterien leben dort, weitaus mehr Bakterien als wir am Rest unseres Körpers haben – im Grunde ist der Darm die Heimat für eine ganz eigene kleine Welt.

Darmflora und Darmwand – die Story

Wir haben in unserem Darm die sogenannte Darmflora. Dabei handelt es sich im Grunde um die Zusammensetzung der werten Bewohner in besagter kleiner Welt. Ist unsere Darmflora nicht Multi-Kulti genug, kann das die normale Darmfunktion stören, der optimale Schutz vor Infektionen ist nicht mehr gegeben, unser Metabolismus ist eingeschränkt sowie auch unser Immunsystem geschwächt. Unser heutiger Lebensstil ist meist der Grund dafür dass unsere Darmflora eben nicht so ganz in Balance ist. Wir essen zu viel industriell verarbeitete Ware mit Weißmehl und Zucker, konsumieren zu wenig Ballaststoffe, Gemüsesorten wie Süßkartoffeln, Hülsenfrüchte oder Grünzeug im Allgemeinen. Außerdem schmeissen wir uns  – und das ist ein richtiges Problem – bei jeder Gelegenheit Antibiotika ein. Erwiesenermaßen zerstören diese unsere Darmflora derart, dass ohne Intervention, die Vielfalt der wichtigen Bakterien nicht mehr erlangt werden kann. Wenn ihr nur eines von diesem Artikel mitnimmt, dann das Folgende: Wenn es nicht unbedingt sein muss, verzichtet auf Antibiotika! Und wenn es tatsächlich sein muss, dann achtet besonders darauf danach eure Darmflora wieder aufzubauen: Probiotika als Supplement, fermentierte Lebensmittel, eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und komplexen Kohlenhydraten sowie die hier erwähnten Superfoods können behilflich sein.

Neben der Vielfalt in unserer Darmflora, ist auch eine gesunde und stabile Darmwand ein wichtiger Faktor für unsere Darmgesundheit. Sie kümmert sich darum was genau in den Körper gelangt und was eben nicht. Schlucken wir beispielsweise für den Körper giftige Substanzen, landen die über Kurz oder Lang unverändert in der Toilette und gelangen dank unserer intelligenten Darmwand nicht in unseren Blutkreislauf! Ist besagte Darmwand allerdings beschädigt, landen Proteinmoleküle eben doch in unserem Kreislauf. Weil die dort nicht hingehören, reagiert unser Körper ziemlich verärgert und attackiert diese Moleküle. Entzündungsherde und auch Allergien sind die Folge. Dieses Problem, auch bekannt als „Leaky Gut“, könnte laut verschiedenster Forschungen sogar Ursprung diverser Auto-Immunerkrankungen wie Zöliakie, Diabetes Typ 1 oder auch Hashimoto sein. Auch im Falle der „löchrigen“ Darmwand ist die Ursache im Konsum von zu viel Antibiotika, Weizen, Gluten im Allgemeinen sowie einer schlechten Ernährungsweise zu suchen. Weiters trägt auch chronischer Stress nicht gerade zur Gesundheit unseres Darms bei.

Von Leaky Gut, Dysbalancen in unserer Darmflora über fehlende Enzyme, Unverträglichkeiten, einem Mangel an Magensäure bis hin zu dem hastigen Konsum unserer Mahlzeiten – es gibt zahlreiche Faktoren die unsere Darmgesundheit beeinflussen können. In den nächsten Wochen möchte ich euch einige davon vorstellen. Außerdem plane ich zusammen mit zwei Kolleginnen etwas ganz Besonderes hier in Salzburg. Das Thema? Verdauung! #staytuned

Was tun? 

In erster Linie gilt es mal die bereits beschriebenen Ursachen für Darmprobleme aus der Ernährung zu eliminieren. Hier habe ich schon einmal darüber geschrieben warum eine glutenfreie Ernährungsweise uns allen ganz gut täte. In diesem Bericht habe ich außerdem über die Qualität von fermentierten Lebensmitteln berichtet. Die sind der Hit wenn es darum geht den eigenen Darm optimal zu unterstützen und ihn um ein paar gute Bakterien zu erweitern! Erst kürzlich habe ich euch außerdem ein bisschen was zu Superfoods und dem damit einhergehenden Trend erzählt. Ich bin ja ein Fan – vor allem wenn man die heimischen Varianten wie Leinsamen, Rote Bete oder Spinat beachtet. Und auch wenn ich meine, dass man nicht unbedingt einen Trend benötigt um gesund zu leben, scheint es den meisten Menschen doch leichter zu fallen wenn sie eben einem solchen folgen können. Ist auch OK.

Grundsätzlich bin ich aber der Meinung, dass jeder von uns individuelle Bedürfnisse hat. Nachdem Superfoods ihren Namen gerade deshalb erhalten weil sie eben besondere Qualitäten aufweisen, muss sich nicht unbedingt jeder die Goji Beeren oder das Weizengras-Pulver rein schaufeln. Gewisse Superfoods können vor allem bei bestimmten gesundheitlichen Beschwerden ziemlich unterstützend wirken. Genau deshalb möchte ich euch meine Superfood-Favoriten vorstellen die im Zusammenhang mit einer gesunden Ernährungsweise die Darmheilung gewaltig unterstützen können und auch in der Prävention nicht vernachlässigt werden sollten. Vor allem all jene unter euch die wie ich eine Nahrungsmittelunverträglichkeit haben, welch doch auch ganz schön unseren Darm in Mitleidenschaft ziehen kann, können von dem ein oder anderen Superfood hier profitieren.

Aloe Vera

Diese beeindruckende Pflanze hat innen ein ziemlich glitschiges Gel. Dieses ist bekannt dafür bei Sonnenbrand zu helfen. Ich hab es selbst getestet. Fazit: es hilft besser als jede Chemie-Mischung! Genau dieses Gel wirkt aber auch Wunder wenn es um unsere Verdauung und Darmgesundheit geht. Aloe Vera ist reich an Enzymen, wirkt antibakteriell, entzündungshemmend und kann im Kampf gegen Pilze und Viren eingesetzt werden. Es fördert weiters unsere Verdauung, repariert die Darmwand und hilft uns dabei Nährstoffe besser aufnehmen zu können. Während bei mir eine riesige Aloe Vera Pflanze prima gedeiht und ich mir regelmäßig ein Stück davon in meinen Smoothie schmeiße, gibt es auch Aloe Vera Saft zu kaufen. Rund 40ml pro Tag können laut diverser Studien schon gewaltig helfen unseren Darm zu heilen und auf Vordermann zu bringen.

Knochenbrühe

Ich hab es schon einmal erwähnt. Die Brühe mit dem makaberen Namen entsteht wenn man Rinder- oder auch Hühnerknochen sehr lange „auskocht“. Sie ist nicht nur nachhaltig (man will ja das ganze Tier verwerten), kostengünstig sondern auch der Hit wenn es um unsere Gesundheit geht. Sie steckt voller Vitamine, Mineralstoffe und sonstiger nahrhafter Helfer wie Kalzium, Silicium, Glutamin, Glycin und vielen mehr. Knochenbrühe wirkt außerdem nicht nur entzündungshemmend sondern unterstützt auch bei der Regeneration nach Verletzungen. Unser Darm profitiert besonders von Brühe. Die darin enthaltene Gelatine fördert unsere Verdauung und ist auch noch eine Wohltat für Knochen,  Bindegewebe und Haut. Auch die restlichen Nährstoffe in Knochenbrühe haben einen gewaltigen positiven Effekt auf unseren Darm: die Darmwand wird geheilt, Nährstoffe werden besser aufgenommen, die Magensäureproduktion wird angeregt, die Darmschleimhaut wird genährt und oben drauf hilft Brühe auch noch dabei unser Cortisollevel (Stress) zu senken. Einfacher gehts kaum und ein günstigeres Superfood wird man wohl nicht finden! Achja, Knochenbrühe enthält von Natur aus Glutamin – und das ist das Nummer 1 Supplement welches zur Darmheilung eingesetzt wird. In homemade Brühe hätte man halt gleich das komplette Gesamtpaket inklusive Gelatine und Co! Schon überzeugt?

Chlorella

Chlorella ist eine Mikroalge und die stecken ja bekanntlich voller Power. Ähnlich wie Spirulina hat sie gewaltige Superfood-Qualitäten, ist ein toller Protein-Lieferant und hilft vor allem dabei unseren Körper zu entgiften weil sie Schwermetalle binden und gekonnt abtransportieren kann. Die Farbe verrät es außerdem: Chlorella ist voller Chlorophyll und dieses reinigt unser Blut und hat zahlreiche weitere gesundheitliche Vorteile. Außerdem wirkt die Alge basisch auf unseren Darm was den guten Bakterien in eben diesem besonders gefällt. Sie ist auch ein toller Ballaststoff-Lieferant und schmeckt nicht ganz so „fischig“ wie man es sich von Algen erwarten würde. Ich persönlich mag den Geschmack von Chlorella besonders gern.

Moringa

Moringa ist ein Gewächs welches so ziemlich alles enthält was man sich vorstellen kann: Protein, Kalzium, Vitamin C, B Vitamine, Potassium und das auch noch in ziemlich hoher Dosis! Seit über 4000 Jahren wird diese Pflanze – die auch als Meerettichbaum bekannt ist – bereits in der Heilung diverser Krankheiten eingesetzt. Sie soll einen positiven Effekt auf den Blutzuckerspiegel bei Diabetikern haben, dabei helfen Emotionen auszubalancieren, das Energielevel heben und sogar den Cholesterinspiegel positiv beeinflussen können. Der Baum samt Blätter und Frucht ist außerdem ein toller Ballaststofflieferant, voller Antioxidantien, wirkt entzündungshemmend, beruhigend auf den Verdauungstrakt und saugt so ziemlich alle Altlasten im Darm auf und transportiert sie ab. Außerdem hat Moringa antibakterielle Eigenschaften die sogar im Fall von Gastritis oder Geschwüren helfen können.

Ulmenrinde (Slippery Elm)

Ulmenrinde ist eines dieser Kräuter die vor allem zur Darmheilung eingesetzt werden und voller Vitamine und Nährstoffe steckt. Es beruhigt den gesamten Verdauungstrakt, fördert die guten Bakterien, wirkt entzündungshemmend und saugt Toxine auf. Weiters fördert es unsere Verdauung und kann aber gleichzeitig auch bei Durchfall helfen. Hinzukommt, dass es auch unseren Schlaf verbessern kann und sogar bei Husten helfen soll.

Wer sich speziell auf die Gesundheit seines Darms konzentrieren will, dem tut eine zuckerfreie und glutenfreie Ernährung besonders gut. Gluten hat keinen tollen Effekt auf die Darmschleimhaut und der viele Zucker in unsrer Nahrung dient als Futter für schlechte Bakterien. Außerdem lohnt es sich Kokosöl und auch Kurkuma in die Ernährung einzubauen. Ob Öl oder Wurzel – beide haben einen antibakteriellen Effekt! Achja, hier hätte ich noch ein paar Tipps um mit dem Stress besser umgehen zu können. Den Artikel muss ich mir selbst auch immer wieder mal durchlesen um das auch nicht zu vergessen!

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6 Kommentare

  • Reply
    Ann-Kathrin
    28. Januar 2016 at 13:53

    Ein sehr interessanter Beitrag. Durch meine Zöliakie musste mein Darm schon so einiges mitmachen. Und auch wenn seit der Diagnose viel weniger Probleme habe als in den Jahren zuvor, spüre ich, dass noch nicht alles im Lot ist. Ich ernähre mich seit einigen Monaten zuckerfrei und Kokosöl sowie Kurkuma benutze ich sehr häufig. Mit Chlorella konnte ich mich bisher nicht so anfreunden. Moringa und Ulmenrinde habe ich noch nie probiert, das werde ich wohl mal nachholen müssen 🙂
    Liebe Grüße

    • Reply
      Eva
      28. Januar 2016 at 20:54

      Danke dir liebe Ann-Kathrin! Ja, da bist du doch eh schon am besten Weg. Ulmenrinde wird dir sicher gut tun – ich bin ein Fan. Und auch Chlorella gibts mittlerweile in (fast) geschmacksneutralen Presslingen. 🙂 Toll kann auch Glutamin als Supplement sein – gerade bei Zöliakie. Ich wünsch dir alles Gute! Liebe Grüße, Eva

      • Reply
        Regina Hausermann
        9. November 2016 at 1:26

        Ich bin begeistert von der Ulmrinde, vor cirka 9 Jahren bekam ich Schmerzen im ganzen Oberkörper, sie waren unerträglich, mein Doktor aht mich zu viele unterschiedilchen Spezialisten geschickt aber sie konnten keine Diagnose machen, dannbesuchte mich eine Freundin, die fragte mich nachmeinem Gesundheitsstand, ich versuchte zu erklären, dann sagte sie, das slebe hatte ich, ich ging zu einer Heilpraktikerin und die gab mir Slipperie Elm ( Ulmenrinde), das war die Lösung, wenn ich was gegessen habe , ich weiß nicht warum, bekomme ich diese Schmerzen und nach einem Teelöffel mit Wasser, verschwindet der Schmerz ganz schnell und ausserdem die Verdauung ist gut. Ich kann es nur empfehlen.

        • Reply
          Eva
          9. November 2016 at 17:30

          Ja, bin auch ganz begeistert davon. Ulmenrinde tut der Darmschleimhaut besonders gut und hilft dabei sie zu heilen. Danke für deinen Kommentar. Lieben Gruß, Eva

  • Reply
    Daniela
    30. Januar 2016 at 19:25

    Liebe Eva,

    toller Beitrag von dir! Von Ulmenrinde habe ich bisher nur auf englischsprachigen Blogs gelesen, aber noch nicht selbst ausprobiert. Wo kaufst du die und wie nimmst du sie ein/bereitest du sie zu? Aloe vera Saft habe ich mir erst letztens gekauft und wollte diesen kurweise zur inneren Einnahme testen. Hast du einen Vorschlag zur genauen Dosierung?

    Liebe Grüße, Daniela

    • Reply
      Eva
      30. Januar 2016 at 21:51

      Hallo Daniela. Danke dir! 🙂 Bzgl. Ulmenrinde: Bei uns ist die irgendwie noch nicht ganz „angekommen“. Kenn sie eigentlich auch nur von englischsprachigen Blogs. Bin aber ein großer Fan. Ich bezieh sie via Amazon. Dort hab ich eine Bio-Quelle aus England: Indigo Herbs of Glastonbury. Was den Aloe Vera Saft angeht. Spitze wenn du den schon hast. Testen ist sowieso bei allen Dingen immer der beste Weg. Nicht jeder reagiert gleich auf solche Dinge. Was die Einnahme angeht würde ich dir gleich Morgens rund 40ml empfehlen. Hoffe das hilft dir weiter. Alles Gute und liebe Grüße, E

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