5 (persönliche) Weisheiten zum Thema Meditation

Es gab Zeiten da hat das Wort “Meditation” ein leichtes Augenrollen bei mir ausgelöst. Meditierende Menschen hab ich mir als in Kommunen lebende Hippies mit Räucherstäbchen und Hanfklamotten vorgestellt. Wer hätte gedacht dass “Meditation” mal einen festen Platz in meinem Alltag findet?! Und das wohlgemerkt ganz ohne Räucherstäbchen und Co … dafür allerdings mit ätherischen Ölen, aber dazu ein anderes Mal.

Erst kürzlich wurde ich vom Trinergy International Institut zu einem Vortrag von Dr. Ruediger Dahlke eingeladen. Während ich nach dem Wochenende jetzt nicht unbedingt der größte Fan von seinen Vorträgen werde, haben mir die geführten Meditationen unter Tags richtig gut gefallen. Man glaubt gar nicht wie sehr sich das Raumklima verändert und wie ruhig die Menschen um einen rum werden wenn sich der Fokus für ein paar Minuten nach innen richtet.

Meditation ist schon lange ein fester Bestandteil meines Alltags. Diese kleinen Pausen für mich selbst haben mir geholfen aufmerksamer, entspannter und ruhiger durchs Leben zu gehen. Selten beschäftigt man sich sonst ganz bewusst mit den Dingen die so im eigenen Kopf herumschwirren. Durch Meditation – zumindest war und ist das so für mich – wird man sich viel bewusster über das eigene Tun und Handeln. Man lernt sich selbst irgenwie besser kennen und das bietet einem die Freiheit gewisse Muster abzulegen und die Welt sowie sich selbst in einem anderen Licht zu betrachten. Ich bin beim besten Willen kein Meditationsprofi und ab und an lasse ich diese Ruhepausen auch ausfallen. Erstaunlicherweise genau dann wenn ich sie eigentlich ziemlich gut gebrauchen könnte. Wenn ich meine morgendliche Meditation mal sausen lasse, dann merke ich das den ganzen Tag. Kein Witz. Der Tag fängt mit ein bisschen Entspannung und Selbstarbeit völlig anders an und man geht einerseits motiviert aber auch so viel ruhiger, achtsamer und gelassener durch den Alltag.

ZA

Eines der ersten Dinge die ich durch Meditation gelernt habe, war beispielsweise die Vergangenheit mal Vergangenheit sein zu lassen. Ihr kennt das oder? Man denkt sich oft … hätte ich doch … das war eine blöde Entscheidung … hab ich das schon richtig gemacht … das kann ich nie vergeben und so weiter und so fort. Schlechtes Gewissen oder auch der Ärger über das Verhalten anderer Menschen gehen dann oft einher mit diesen Gedanken. Im Grunde bringt es sich aber nicht viel in der Vergangenheit zu leben – kann man ja eh nicht mehr ändern. Warum also nicht einfach gehen lassen? Ist leichter gesagt als getan, ich weiß. Aber es lohnt sich mal bewusst einen Blick auf dieses Thema zu werfen. Ziel einer Meditationspraxis und im Grunde einer jeden Selbstarbeit ist es nämlich auch sich auf die Gegenwart zu konzentrieren. In genau der kreiert man nämlich auch seine Zukunft. #thinkaboutit

Wie funktioniert Meditation eigentlich?

Im Grunde gibt es nicht wirklich ein richtig oder falsch wenn es um Meditation geht. Klar, es gibt zahlreiche unterschiedliche Stile – ähnlich wie auch beim Yoga. Man kann Kurse besuchen, sich von einem Lehrer leiten lassen und so herausfinden welche Art der Meditation gut tut. Für den Anfang reicht es aber schon sich ein paar Minuten an einen ruhigen Ort zu platzieren und mal tief durchzuatmen, in sich hinein zu horchen und rauszufinden wie man sich gerade fühlt. Für viele von uns ist es extrem unangenehm mal einfach nur zu sitzen, nichts zu tun und sich mit sich selbst zu beschäftigen. Und gerade in solchen Fällen kann eine Meditations-Praxis die eigene Gesundheit und das Wohlbefinden aufs nächste Level bringen. Meine Meditations-Anfänge sahen beispielsweise so aus: Ich hab mir einen bequemen und ruhigen Ort gesucht, es mir auf einem Polster gemütlich gemacht, die Augen geschlossen und den Fokus auf meinen Atem gelegt. Tiefe, langsame und gleichmäßige Bauchatemzüge entspannen erwiesenermaßen und haben noch dazu einen tollen Effekt auf unsere Verdauungsorgane. Schon nach kurzer Zeit und je nach Tagesverfassung merkt man dann wie die ein oder anderen Gedanken reinflattern …

Gedanken und Meditation. Passt das zusammen?

Das mit den Gedanken ist so eine Sache. An nichts zu denken ist nämlich schier unmöglich. Dennoch denken viele unter uns, dass Meditation gedankenfrei sein muss. Fun Fact: Jeder von uns hat mehrere tausend bewusste und unbewusste Gedanken und das am laufenden Band! Während einer Meditation wird einem erstmal klar wie viele Gedanken das überhaupt sind. Sinn einer Meditation ist es nicht diese Gedanken zu verdammen, versuchen sie loszuwerden oder sich schlecht zu fühlen weil man “denkt”. Ganz im Gegenteil. Ziel einer Meditation ist es sich mit diesen Gedanken auseinanderzusetzen, sie anzunehmen, völlig objektiv zu betrachten und sie genau so locker wieder gehen zu lassen. Das typische “Monkey Mind” bei welchem man oft von den eigenen Gedanken überfordert ist wird ruhiger und wir sind in der Lage zu reflektieren und Stress gehen zu lassen. Man lernt unglaublich viel über sich selbst wenn man gezielt beobachtet was einen so beschäftigt, sich nicht in diesen Denkprozessen verliert sondern sie auch ganz bewusst und ohne Wertung wieder gehen lässt.

Ich hab keine Zeit für Meditation

Idealerweise – so sagt die Literatur – meditiert man 2 mal täglich für 20 Minuten. Bedenkt man, dass jeder Tag aus 72 20-Minuten Einheiten besteht, ist das locker machbar. Schon 10 Minuten pro Tag sind aber viel wert und besser als eine längere Meditations-Einheit alle heiligen 3 Zeiten mal. Und 10 Minuten haben selbst die Vielbeschäftigten unter uns. Vor allem wenn man sich bewusst macht, dass der 0/8/15 Bürger geschlagene 2 Stunden pro Tag auf Social Media rumkrebst.

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Warum überhaupt meditieren?

So eine kleine aber feine Meditation kann unseren Schlaf verbessern, Schmerzen lindern und Selbstheilungskräfte aktivieren. Das Immun- sowie Nervensystem werden gestärkt und unser Hormonhaushalt in Balance gebracht. Auch unsere Kreativität, Gedächtnisleistung, Leistungsfähigkeit und Konzentration können sich durch regelmäßige Meditationseinheiten verbessern. Meditiert man regelmäßig so kann man nicht nur besser mit Stress umgehen sondern ebenso die eigene Intuition verbessern. Auch unsere Fähigkeit für Mitgefühl können wir auf diese Art stärken und lernen mit Ängsten umzugehen sowie Blockaden zu lösen. Im Bereich der Depressionen wird Meditation beispielsweise immer öfter anstelle der Verhaltenstherapie eingesetzt.

Sich Meditation zur Gewohnheit zu machen kann zahlreiche Vorteile haben und es lohnt sich wirklich sich mal damit auseinander zu setzen und eigene Erfahrungen damit zu machen. Bedenkt man, dass Meditation schon seit einigen tausend Jahren praktiziert wird, fragt man sich eigentlich warum wir diese Form der Entspannung, Selbstreflexion und Selbstarbeit heute so vernachlässigen. Legen wir unseren Fokus nämlich zuerst mal auf uns selbst, dann funktioniert der Rest auch viel besser. Übrigens haben Gefängnisse, Schulen sowie auch die Polizei in gewissen Ländern verpflichtende Meditationseinheiten eingeführt. Und das ziemlich erfolgreich. Menschen wurden dadurch nicht nur ruhiger und umgänglicher, es kam auch zu weitaus weniger Gewalt und Drogenmissbrauch und auch die Resozialisierung für Straftäter profitiert davon. #thinkaboutit

Würden mehr Leute meditieren hätten wir weitaus weniger Probleme in dieser Welt. 

Welche Meditationsarten gibt es für Anfänger?

Ich hab ja schon einiges probiert. Von Fantasiereisen über Atemmeditation bis hin zu bewegter Meditation. Am Meditationsmarkt gibt es unglaublich viel Optionen – es ist für jeden was dabei.

Kleine Story am Rande: Man glaubt es kaum, aber an die Meditationserfahrung welche Bewegung involvierte erinnere ich mich richtig gern zurück. Meditation – so meint man oft – muss im sitzen passieren. Stellt sich raus, dass das so nicht ganz richtig ist. Anfangs war ich beim Gedanken an eine  bewegte Meditation etwas verunsichert um ehrlich zu sein. In meinem bestimmten Fall bestand die nämlich aus schütteln und tanzen. Man glaubt gar nicht wie viel Hemmungen wir mit uns rumschleppen und wie sehr einen die zurückhalten können wenn man mal in solch eine Situation kommt. Ich war damals mit einer Freundin unterwegs und so gab es irgendwie kein zurück mehr für mich. Kaum angefangen schielt man dann durch die leicht geschlossenen Augen zu den Nachbarn rüber und hofft dass all die Anderen die Anweisung der geschlossenen Augen befolgen und bloß nicht sehen wie man sich hier zum Affen macht. Während man dann aber den eigenen Körper so vor sich hin schüttelt und die Gedanken langsam aufhören sich wie im Irrenhaus zu verhalten, lässt man doch irgendwann los und siehe da – selten noch hab ich mich so entspannt und locker gefühlt. Mein Fazit: Manchmal muss man einfach diese typischen Vorurteile und Ängste ablegen und sich ins kalte Wasser schmeißen.

Wie sagt man so schön? Life begins at the end of your comfort zone. 

Zurück zum Thema. Wer klein anfangen will und sich nicht gleich eine Stunde lang schütteln möchte, für den gibt es zahlreiche andere Optionen um an ein bisschen Entspannung und die damit einhergehenden Wohlfühl-Aspekte zu kommen.

  • Einerseits kann man sich wie oben bereits beschrieben auf den eigenen Atem konzentrieren und dann einfach mal abwarten was sich so tut. Youtube liefert zahlreiche Ideen für Atemübungen. Kommen Gedanken, dann lässt man sie zu und spürt sich mal ein bisschen rein um sie dann auch wieder gehen zu lassen. Alternativ kann man den Fokus auch auf all die Geräusche um einen rum legen. Es ist erstaunlich wie sehr man die eigene Wahrnehmung durch so eine Praxis schulen kann.
  • Der Body Scan ist eine ebenso tolle Methode. Dazu richtet man den Fokus auf ein Körperteil nach dem Anderen. Von den Fersen gehts zu den Zehen und über das Schienbein zum Knie … dabei spürt man genau hin und nimmt jedes Kribbeln, Kitzeln oder selbst wärmende Sonnenstrahlen war. Oft kommen bei verschiedenen Körperteilen die unterschiedlichsten Emotionen auf. Richtig spannend das Ganze.
  • Nochmal zum Schütteln. 5 Minuten lang den Körper ganz locker aus dem Stand zu schütteln und dabei immer tief und lange durch den Mund auszuatmen kann auch richtig entspannend sein. Ich hab das erst kürzlich in einem Kurs ausprobiert und es ist spannend zu hören was so ein paar Minuten schütteln bei den Leuten auslöst. Die Einen sind danach ruhig und total müde, und die Anderen sind aufgekratzt oder gar aggressiv.
  • Eine geführte Meditation ist eine ebenso spitzen Möglichkeit um sich mit der Materie auseinanderzusetzen. Dabei wird man auf Fantasiereisen mitgenommen oder lässt sich auf entspannende Musik und positive Affirmationen ein. Mittlerweile gibt es auch verschiedenste Apps die einem das Meditationsleben echt erleichtern können. Headspace oder auch Smiling Mind sind recht beliebte Helfer.

So, ich hoffe ich konnte euch die Vorteile der Meditation etwas schmackhafter machen und ihr probiert es mal aus. Oder habt ihr schon Erfahrung damit? Wer mag, kann seinen Senf ja gern in den Kommentaren dazu geben.

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6 Kommentare

  • Reply
    Lena
    13. Mai 2016 at 8:54

    Liebe Eva,
    du konntest mir die Meditation mit deinem Post definitiv (wieder) schmackhaft machen. Nachdem ich sie erfolgreich morgens in meine Routine integriert und festgestellt habe, wie gut es mir tut – habe ich es leider wieder schleifen lassen. Aber gerade ein simpler Fakt, wie viel Zeit der Durchschnittsbürger mit Social Media verbringt (was mich übrigens immer noch fassungslos macht, obwohl ich garantiert nicht anders bin), macht mir klar: ich HABE die Zeit definitiv, ich muss mir das nur klar machen. Das wird vielleicht meine erste Meditation. ;-)

    Also vielen Dank für’s Erinnern! Ich finde deine Angebote rund um Ernährung und Wohlbefinden übrigens ein ganz tolles Konzept. Ich wünsche dir, dass es gut angenommen wird und du weiter mit so viel Spaß und Motivation dabei bleibst.

    Liebe Grüße
    Lena aka MrsRosemary

    • Reply
      Eva
      13. Mai 2016 at 9:28

      Liebe Lena. Das freut mich jetzt aber sehr. Danke dir!!! :) Freu mich wenn es dir hier gefällt und super wenn du wieder mit der Meditation beginnst. Finde so ein paar Minuten am Morgen machen einen ganz großen Unterschied. Und ja – das mit Social Media ist echt grenzwertig. Da muss man sich selbst manchmal am Riemen reißen damit 5 Minuten auf Instagram nicht gleich zu 30 Minuten werden. Ganz liebe Grüße, Eva

  • Reply
    Leonie
    15. Mai 2016 at 15:47

    Liebe Eva,
    ein schöner und informativer Post, der mich selbst ehrlich gesagt erst wieder ein bisschen an das Thema Mediation erinnert hat. Ich habe vor einigen Jahren sehr regelmäßig meditiert und mich dadurch viel wohler gefühlt. Nach für nach schlich sich leider ein bisschen die Faulheit ein und so ist es schließlich immer weniger geworden. Deine Worte motivieren mich direkt, wieder damit anzufangen! Danke!
    Liebe Grüße
    Leonie von glowing

    • Reply
      Eva
      15. Mai 2016 at 17:19

      Hallo liebe Leonie! Das freut mich zu hören. Ich ertappe mich auch immer wieder mal dabei meine Meditations Praxis schleifen zu lassen. Umso besser fühlt es sich an wenn man wieder etwas konsequenter damit wird. Alles Liebe, Eva

  • Reply
    Maxi
    24. Mai 2016 at 20:44

    Hallo liebe Eva!
    Wirklich toller Blogpost! Ich war selbst bei dem Vortrag als Bloggerin dabei, und die kleinen Meditationspausen fand ich einfach total toll, ich konnte mich dann gleich viel besser auf den Vortrag konzentrieren. So wirklich überzeugt, dass ich es fix in mein Leben einbinden soll war ich aber dann nicht, das wird sich nach diesem Post aber ändern :)

    • Reply
      Eva
      25. Mai 2016 at 12:43

      Hallo liebe Maxi! Danke dir. :) Find deinen Blog auch sehr toll – die Fotos sind der Wahnsinn. Ja, probier das mit der Meditation mal. Ist wirklich etwas tolles. Alles Liebe, Eva

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