Auch Gluten-, Histamin- und Laktose-Unverträglichkeit können im Zusammenhang mit Fruchtzucker Problemen stehen. Und umgekehrt! Die Lösung: FODMAP

Eine Unverträglichkeit geht oftmals einher mit einer anderen. 80% jener Menschen die Laktose also Milchprodukte nicht vertragen, haben auch ein Problem mit Fruktose. Die Fruchtzuckeraufnahme kann aber auch durch eine Gluten-Unverträglichkeit gestört werden. Gluten ist ein Klebereiweiß und ist in Getreide enthalten. Histamin-Intoleranz geht ebenso oft einher mit einer Fruchtzucker-Unverträglichkeit. Histamin ist in tierischen sowie pflanzlichen Lebensmitteln wie Geräuchertem, Meeresfrüchten, Rotwein, Käse oder auch Schokolade enthalten.

Das heißt natürlich nicht, dass jeder Mensch mit einer Fruchtzucker-Unverträglichkeit auch gleichzeitig auf Milch, Käse und Co verzichten muss. Es heißt lediglich, dass oftmals ein Zusammenhang zwischen verschiedenen Unverträglichkeiten besteht und frei nach dem Motto “probieren geht über studieren” sollte jeder mit einem solchen Defekt oder Verdauungsproblem darüber Bescheid wissen, um besser auf seine Körperreaktionen achten und eventuell eigene Schlüsse für sein Wohlbefinden ziehen zu können.

Ratsam ist es natürlich sich beim Arzt durch Atemtests austesten zu lassen und/oder seine Ernährung und die Reaktionen des Körpers auf verschiedenste Lebensmittel genau zu beobachten. Ich als wandelnde Fruktose-Unverträglichkeit beispielsweise finde, dass ich mehr Gemüse und auch bestimmte Obstsorten ohne Beschwerden essen kann, wenn ich Gluten (Weizen, Roggen und dergleichen), Obst mit extrem viel Fruchtzucker wie z.B. Äpfel sowie jede Form von Zucker aus meiner Ernährung streiche. Grundsätzlich bedeutet das eine Ernährung, die selber kochen voraussetzt und alles das Ähnlichkeit mit Fertiggerichten hat ausschließt.

Studien zufolge ist vor allem für Menschen mit Verdauungsproblemen, Gastritis, Reizdarm Syndrom, verschiedensten Unverträglichkeiten und dergleichen eine sogenannte FODMAP Ernährung recht ratsam.

FODMAP steht für fermentierbare Oligo-, Di-, Monosacharide (Mehrfach-, Zweifach- und Einfachzucker) und Polyole (Alkohole). Dies sind Gruppen von Kohlenhydraten bzw. Zuckern und Alkoholen, die vor allem in unserer westlichen Ernährungsweise in zahlreichen Nahrungsmitteln enthalten sind. Studien zeigen, dass die Einschränkung dieser Lebensmittel zu Verbesserung von verschiedensten Magen-Darm Problemen führt. (Für alle die der englischen Sprache mächtig sind, ist folgender Artikel aus dem Jahr 2009 zu empfehlen: Evidence-based dietary managment of functional gastrointenstinal symptoms: The FODMAP approach. Von Peter R. Gibson und Susan J. Sheperd.)

Es folgen einige Anhaltspunkte – hier gilt wieder: probieren geht über studieren. Jeder Körper ist einzigartig. Mag eine Person mit Fruchtzucker-Unverträglichkeit Gluten vertragen, krümmt sich die andere schon nach dem ersten Bissen am Boden!

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2 Kommentare

  • Reply
    Jasmin
    4. Juli 2015 at 12:57

    Hallo Eva :)

    Ich habe eine Fructose+Sorbit sowie eine Histaminintoleranz. In deinem Beitrag meinst du, dass diese 2 Unverträglichkeiten zusammengehören.

    Denkst du, es ist möglich alleine durch FODMAP-freie Ernährung die Probleme in den Griff zu bekommen? D.h.: Ist es vielleicht gar nicht nötig, sich wirklich histaminfrei zu ernähren?

    Ich muss mich wegen zusätzlicher Milch und Eier – Unverträglichkeit als Vegetarier auch noch vegan ernähren, und es bleibt mir fast nichts mehr über, das ich noch essen kann…

    Alles Liebe,
    Jasmin

    • Reply
      Eva
      4. Juli 2015 at 13:38

      Hallo liebe Jasmin! :)

      Unverträglichkeiten müssen nicht, können aber miteinander in Verbindung stehen. Vor allem bei NMUs gehört oft viel Detektivarbeit dazu um heraus zu finden was genau denn jetzt eigentlich los ist. Nachdem dir offenbar eine Histaminintoleranz bescheinigt wurde, würde ich mich auch daran halten. Grundsätzlich kann ich dir eine FODMAPS Ernährung aber sehr empfehlen. Du verzichtest ja jetzt schon auf einige der vermeintlichen Übeltäter. Versuch aber auch Gluten aus deiner Ernährung zu streichen. Das hat bei mir Wunder bewirkt. Außerdem würde ich mich mit dem Thema Paleo auseinander setzen – diese Ernährungsform inkludiert zwar Fleisch und Fisch, hat aber vor allem bei NMUs und Verdauungsproblemen enorme Vorteile! Ich kann dir das Buch The Paleo Cure von Chris Kresser nur wämstens empfehlen. Noch ein Tipp zum Schluss: Wenn du es nicht eh schon gemacht hast, lass dir deinen Verdauungstrakt mal genauer untersuchen. Leaky Gut (eine durchlässige Darmschleimhaut) ist oftmals Ursache vieler NMUs und kann vor allem mit einer glutenarmen Ernährung und diversen Supplementen wieder in Ordnung gebracht werden. Wie gesagt, das Ganze ist Detektivarbeit. Aber ich bin sicher du bist auf dem besten Weg! Hoffe ich konnte dir ein bisschen weiterhelfen. Wenn du noch etwas brauchst, schreib mir jederzeit unter info@individualisten.at

      Alles Liebe,

      Eva :)

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