Greenwashing und warum Labels wie glutenfrei und laktosefrei uns in die Irre führen können!

Eigentlich war ich immer einer dieser Menschen, die sehr gerne essen gegangen sind. Heute allerdings verleiht mir der Besuch im Restaurant schon eher Kopfzerbrechen. Während man beim eigenen Einkauf die Wahl hat nach gesunden, natürlichen Alternativen zu greifen und industriell hergestellte Ware mit Zusatzstoffen im Regal zu lassen, so ist das im Restaurant schon um einiges schwieriger. Nehmen wir beispielsweise eine herkömmliche Gemüsebrühe: Die Chancen stehen gut, dass diese den schädlichen Zusatzstoff MSG (Monosodium Glutamat) enthält. An dieser Stelle, solltet ihr aufspringen und in eurem Küchenschrank die Gemüsebrühe-Würfel ausfindig machen. Lest die Inhaltsangaben! Ist MSG enthalten? Weg damit und her mit der neuen, zusatzstofffreien Brühe aus dem Reformhaus oder Bio-Supermarkt. Viele Restaurants greifen leider ebenso auf herkömmliche Gemüsebrühe zurück, was die leckere Cremesuppe nur mehr halb so appetitlich wirken lässt.

Im Restaurant muss man sich also darauf verlassen, dass der Koch lieber mit natürlichen, regionalen, am Besten biologischen Lebensmitteln kocht und nicht überall Bindemittel, Geschmacksverstärker oder Zucker reinwirft. Schwerer gesagt als getan. Meistens geht es darum so billig wie möglich einzukaufen und dadurch leidet natürlich die Qualität. Ausnahmen bestätigen hier die Regel! Es gibt vereinzelt Restaurants, die tolles und natürliches Essen anbieten. Meistens scheuen diese Läden auch nicht davor zurück dies kund zu tun. Zu Recht, denn sie wissen immerhin das sie mit dieser Einstellung ziemlich allein auf weiter Flur sind.

Das Problem mit Greenwashing – eine Anekdote

Bei mir hört sich der Spaß auf, wenn ich unter Vorspiegelung falscher Tatsachen in ein Restaurant gelockt werde, um schließlich mit E-Stoffen vollgepumpt zu werden.

Greenwashing nennt man PR-Methoden, mit welchen ein Unternehmen oder dergleichen in der Öffentlichkeit als umweltfreundlich, nachhaltig und verantwortungsbewusst dargestellt wird – ohne dass es das wirklich ist! 

Erst kürzlich saß ich in einem Laden, der sich als „natürlich” bezeichnet und mit den höchst modernen Schlagwörtern laktosefrei, glutenfrei und vegan um sich wirft. Alles schön und gut – auf den ersten Blick. Als ich mein Gericht erhielt und kostete, kam es mir unglaublich süß vor und schmeckte außerdem sehr künstlich. Ich fragte also, ob in der Sauce Zucker sei und ob die Zutaten einen biologischen Ursprung haben. Der zwar sehr sympathische Kellner sah mich entgeistert an und konnte mir leider keine Antwort geben. Soweit so schlecht. Nun standen noch weitere Saucen auf dem Tisch und mein Kompagnon war versucht nach einem dieser quietschig roten Fläschchen zu greifen, um seinem Gericht noch etwas Schärfe zu verleihen. Ein Blick auf die Inhaltsangaben brachte allerdings etwas Licht ins Dunkle: E-Stoffe ohne Ende und sonstige Inhaltsstoffe, die nicht sehr viel mit “natürlichem Essen” zu tun haben. Greenwashing-Alarm! Persönlich finde ich so etwas ganz und gar nicht in Ordnung und war daher sowas von sicher das letzte Mal in diesem Laden!

Die Moral dieser Geschichte? 

Was mir dieses Erlebnis vor Augen geführt hat ist, dass Schlagwörter wie glutenfrei, laktosefrei oder vegan nicht automatisch mit gesund gleichzusetzen sind. Nicht nur Restaurants schmeißen mit diesen Schlagwörtern um sich, auch ganze Produktgruppen werden dahingehend verändert, um eines dieser Labels tragen zu können. So trifft man heute im Supermarkt auf laktosefreie Milch und Sahne, glutenfreie Müslis oder vegane Sojawürste. Es scheint fast so, als wären diese Bezeichnungen heute ein Garant für Umsatz. Während diese Bezeichnungen vor allem in Restaurants oder in Rezepten für strikte Veganer oder all jene mit einer Unverträglichkeit nützlich sein können, trifft man doch auf immer mehr beschwerdefreie Menschen die sich glutenfrei oder laktosefrei ernähren wollen und nach eben den oben beschriebenen Fertigprodukten greifen. Warum? Das wissen sie oft selbst nicht.

Sich gluten-, laktosefrei oder vegan zu ernähren hat heutzutage zahlreiche Vorteile. Allein unser Säure-Basen Haushalt sowie unsere Verdauung danken uns dafür. Jeder der diesen Blog liest weiß, dass auch ich eher zu Quinoa als zu Weizen greife, anstelle von Kuhmilch lieber Kokosmilch verwende und äußerst selten tierische Lebensmittel esse. Was aber noch viel wichtiger ist, ich achte darauf, dass mein Essen so unverändert und natürlich wie möglich ist. Ich koche selbst und verwende dafür nur biologische und/oder regionale Lebensmittel. Ich weiß einfach gerne woher mein Essen kommt und fühle mich wohler, wenn es natürlich gewachsen ist und nicht aus einer Fabrik stammt.

Laktosefreie Milch oder Käse haben meiner Meinung nach mit Natürlichkeit ungefähr so viel zu tun, wie Monsanto mit GMO-freien Lebensmitteln. Wäre es nicht besser auf eine der pflanzlichen, natürlichen Alternativen wie Reismilch oder Mandelmilch zurück zu greifen? Selbst rohe Milchprodukte, wie unsere Oma´s und Opa´s sie noch kennen (frisch von der Kuh sozusagen), haben bei weitem mehr Nährstoffe und sind selbst für Menschen mit Laktose-Unverträglichkeit viel verträglicher, als die heute übliche Haltbar-Milch, der laktosefreie Käse oder fettarme Joghurt. Ganz nebenbei bemerkt enthält fettarmes Joghurt weit mehr Laktose als Joghurt mit vollem Fettgehalt. All diese Produkte involvieren immer irgendwelche chemischen Prozesse – sind also nicht wirklich so, wie die Natur sie uns ursprünglich präsentiert hat!

Heute ist Weizen – genauso wie Zucker – fast in allen industriell hergestellten Waren enthalten und tut unserem Körper dank starker Verabeitung und seinem großen Glutenanteil alles andere als gut. Ein guter Grund dafür, sich so natürlich wie möglich zu ernähren und grundsätzlich auf Industrieware zu verzichten. Nun enthält aber nicht nur Weizen das Klebeeiweiß Gluten, auch beispielsweise Dinkel gehört zu den vermeintlichen Übeltätern. Dinkel enthält zwar etwas Gluten, ist aber selbst für all jene mit einer Unverträglichkeit oft sehr gut verträglich, beinhaltet darüberhinaus zahlreiche tolle Nährstoffe und wirkt beruhigend auf Magen und Darm. Es wäre also schade, wenn man gerade als beschwerdefreier Mensch, anstelle des gelegentlichen Brotes aus leckerem Urdinkel, lieber auf das industriell verarbeitete Brot in Plastikverpackung zurückgreift, nur weil es das Label “glutenfrei” trägt. Hier mehr zu gesunden Kohlenhydraten. Ladet euch außerdem mein kostenloses E-Book mit Rezept Tipps runter und fangt an euer Müsli selbst zu machen, denn ein glutenfreies Müsli aus dem Supermarkt kann immer noch Zucker, E-Stoffe und Co enthalten.

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Während viele Veganer sich von vornherein mehr mit ihrer Ernährung auseinandersetzen und ein gewisses Bewusstsein für gesunde Lebensmittel entwickeln, wird man dank schlauem Marketing trotzdem immer wieder ausgetrickst und konsumiert vermeintlich gesunde Lebensmittel. Jetzt kann beispielsweise die vegane Sojawurst zwar frei von tierischen Produkten sein, muss deshalb aber noch lange nicht gesund sein. Es ist gar nicht so unüblich, dass eine vegane Sojawurst neben E-Stoffen und Zucker auch noch unbiologischen und somit oftmals genetisch veränderten Soja enthält. Prost Mahlzeit!

Ob Veganer, Fleischesser oder all jene mit einer Unverträglichkeit – Inhaltsangaben zu lesen und die Dinge zu hinterfragen ist das Um und Auf wenn es um Ernährung und somit um die eigene Gesundheit geht. Das oben beschriebene Restaurant- Erlebnis hat mich verstärkt darauf aufmerksam gemacht, wie wichtig es ist ab und an einen Blick hinter die Kulissen zu wagen. Als Konsument hat man die Möglichkeit zu wählen und das Recht gewisse Ansprüche zu stellen. Das Angebot an natürlichen Restaurants die Wert auf Qualität legen ist derzeit nicht überwältigend. Es erfordert also ein bisschen Recherche und Organisation, um einen netten Abend auswärts verbringen zu können – ohne sich im wahrsten Sinne “vergiften” zu lassen. Ich bin überzeugt davon, dass Gesundheit und Wohlbefinden es wert sind.

Mein Vorschlag für „natürliche“ Restaurants, wie das oben beschriebene: Wie wärs zusätzlich zu den Bezeichnungen vegan, gluten- und laktosefrei mit Schlagwörtern wie zuckerfrei, gentechnikfrei, E-Stoffe frei, biologisch, regional!? Das wär doch mal was! Und einige dieser Greenwashing-Läden müssten vermutlich zusperren oder ihre Herangehensweise an Lebensmittel hinterfragen!

NotEnoughCountingChemicals

Quelle: Pinterest

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