Heißhunger und seine Hintergründe

Es gab Zeiten – und die sind noch nicht all zu lange her – da bin ich doch tatsächlich um 9 Uhr Abends vom Fernseher auf und ins Auto gesprungen, zur Tankstelle gedüst und …. nein, ich habe nicht getankt …. dafür aber habe ich mich mit weißer Milka Schokolade eingedeckt. Der “Guster” auf etwas Süßes war so verdammt groß, dass ich einfach nicht wiederstehen konnte und entgegen jedem Hausverstand in Jogginghose und Kapuzenpulli mit Geldtasche bepackt los gestartet bin. Oftmals wurde sich dann gleich im Auto über die Schoko hergemacht.

Die Frage tut sich auf: Bin nur ich ein solcher Freak?! Da ich nicht davon ausgehe, dass dieses Verhalten via Tröpfchenübertragung übertragen wird, traue ich mich dies zu bezweifeln. Ansonsten müsste ich nämlich gezielt mit dem Finger in Richtung meiner Mutter oder meinem Freund zeigen, denn auch die hatten ihre schwachen “Tankstellen-Momente”!

Aus heutiger Sicht bestätigt dieses Verhalten mir nur noch mehr, dass Zucker im wahrsten Sinne süchtig macht.

Im Allgemeinen sind unsere Essensgelüste aber nichts Schlechtes. Sie sind einfach nur eine Kommunikationsmöglichkeit unseres Körpers, der uns schlicht und ergreifend mitteilen will, was genau wir brauchen, um optimal funktionieren zu können. Ernähren wir uns unausgewogen und bauen nicht genügend wertvolle, echte und nährstoffreiche Nahrungsmittel ein, denkt unser Körper er ist in einer Hungersnot. Aus seiner Panik heraus versucht er uns schließlich mit Hilfe von Heißhunger in die richtige Richtung zu weisen. Eigentlich sehr faszinierend! Wir müssen nur lernen die Sprache unseres Körpers richtig zu deuten. Das Problem liegt nämlich in der Interpretation. Wir finden uns oft in der Situation über Lebensmittel herzufallen, die uns rasch befriedigen – Schoko, Chips und Co – wenn wir uns eigentlich auf eine Packung Spinat stürzen sollten.

Das Verlangen nach Salzigem bedeutet nicht, sich bei der nächsten Gelegenheit eine Packung Chips reinzustellen. Es kann einfach nur bedeuten, dass wir mehr Mineralien brauchen. In diesem Fall empfiehlt es sich das herkömmliche weiße Tafelsalz, welchem so gut wie alle Nährstoffe entzogen wurden, stehen zu lassen und sich mit nährstoffreichem Himalaya-Salz anzufreunden. Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Algen oder rohe Schokolade helfen uns ebenso unseren Mineralienhaushalt aufzupeppen.

Stress, Emotionen, Hormonschwankungen sowie eine kohlenhydratarme Ernährung oder zu wenig Flüssigkeit können Gelüste nach Süßem verursachen. Steht uns also der Sinn nach Schwarzwälderkirsch oder einer Tafel Schoko, ist erstmal ein Glas Wasser angesagt. Baut man darüberhinaus mehr komplexe Kohlenhydrate wie Süßkartoffeln und Gemüse wie Spinat oder Karotten sowie Obst in die Ernährung ein, wird sich das Verlangen nach ungesunden Süßigkeiten stetig verringern. Ist man gestresst oder unglücklich, so können die eigenen Emotionen einen zum Zucker treiben. Zucker ist eine Quelle schneller Energie, führt zu einem Ausstoß an Endorphinen und der Konsum macht uns schnell glücklich – leider aber auch krank. Findet man also etwas anderes, das einen glücklich macht, wie eine Massage, einen Spaziergang an der frischen Luft oder ein entspannendes Bad, hat man den Kampf gegen den Heißhunger schon gewonnen.

Im Folgenden eine nützliche Grafik um unsere Gelüste besser deuten zu können.

Gkl

Seit ich einer ausgewogenen Ernährungsweise folge, habe ich so gut wie nie das Verlangen nach zuckerhaltigen Süßigkeiten. Ganz im Gegenteil, heute steht mir der Sinn oft nach Nüssen, Süßkartoffeln oder meinem Lieblings-Smoothie. Als ich anfing, Zucker aus meiner Ernährung zu streichen, habe ich die Beobachtung gemacht, dass ich viel weniger Verlangen auf Süßes habe, wenn ich täglich einen grünen Juice trinke! Esse ich heute eine normale Nachspeise, muss ich nach ein paar Bissen aufhören. Es ist mittlerweile viel zu süß für meine Geschmacksknospen. Noch vor rund 2 Jahren habe ich bei dem Gedanken an eine Packung Kinder-Schokoriegel im Kühlschrank mit mir gekämpft, um nicht darüber herzufallen. Heute könnte ein Lastwagen voller Schoko vor meinem Küchenfenster stehen und ich würde mir trotzdem lieber meinen gesunden, zuckerfreien Schokobrownie anrichten.

Nehmt euch die obige Tabelle zur Hand, testet es selbst und füllt euren Körper mit Mineralien und Vitaminen. Stöbert durch meine Rezepte und bewahrt immer eine gesunde Nascherei im Kühlschrank auf. Wenn es hart auf hart kommt habt ihr immer die Wahl nach der gesunden Alternative zu greifen und könnt so den ungesunden, zuckerhaltigen Nachspeisen sowie Heißhunger auf Dauer Adiós sagen!

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