Die Sache mit dem nachhaltigen Fischkonsum & ein Rezept für Sardinen-Süßkartoffel Toast

In meinem letzten Artikel hab ich bereits angesprochen wie wichtig genügend Omega 3 Fettsäuren in unserer Ernährung sind. Während hier Algenprodukte genial sind, ist Fisch ebenso eine der wertvollsten Quellen. Mir ist aufgefallen, dass es noch kein einziges Rezept mit Fisch hier auf Individualisten gibt. Das liegt vermutlich daran, dass Gemüsegerichte und zuckerfreie Naschereien definitiv fotogener sind. Und diese Tatsache trägt vermutlich auch dazu bei, dass viele meiner Leser denken ich würde vegan leben. Dem ist nicht so. Ich liebe vegane und auch vegetarische Gerichte – keine Frage. Vor allem Gemüse ist für mich Hauptbestandteil meiner Ernährung. Aber nachdem mein Schwerpunkt vor allem auf qualitativ hochwertigen Lebensmitteln und Nährstoffbomben liegt und ich ungern eine komplette Nahrungsmittelgruppe aus meinem Leben streiche (Ausnahme: Zucker und industriell verarbeitetes Zeugs), suche ich mir von allem das Beste raus. So hat es mir zum Beispiel auch die darmheilende Rinderbrühe angetan die ich regelmäßig in meinem riesigen Kochtopf ansetze. Ohne Parmesan könnte ich aus Prinzip schon nicht leben und Eier kommen bei mir vor allem wegen ihrer ausgewogenen Nährstoffdichte fast täglich auf den Teller. Bei dem gelegentlichen Bio-Fleisch sag ich auch nicht Nein und vor allem im Winter esse ich regelmäßig Fisch.

Fisch und seine Nährstoffe

Und das nicht nur wegen der darin enthaltenen, wertvollen Omega 3 Fettsäuren. Zu meinen Favoriten gehören vor allem die kleinen, richtig fettigen Fische wie Sardinen oder Sardellen. Fettiger Fisch ist auch eine tolle Quelle des fettlöslichen Vitamins D, welches uns in den Wintermonaten oft fehlt. Übrigens leiden Menschen die regelmäßig Fisch konsumieren, weitaus weniger an Herzerkrankungen. Mit regelmäßig ist hier 1 bis 2 mal die Woche gemeint. In Fischen steckt außerdem reichlich der Omega 3 Fettsäure DHA und die ist besonders wichtig für die Gesundheit unseres Gehirns und unserer Augen. Apropos Gehirn. Fisch soll auch dazu beitragen, dass jene Areale unseres Gehirns die für das Gedächtnis zuständig sind top funktionieren. Dieser Effekt wäre dann wieder den Omega 3 Fettsäuren zuzuschreiben. Persönlich bin ich sowieso ein Fan von guten Fettquellen und Fisch gehört da definitiv dazu. Mal abgesehen von den wertvollen Proteinen an die wir durch den Konsum von Fisch kommen. Wertvolle Fette wie Omega 3 Fettsäuren sind ganz nebenbei bemerkt genial für unsere Haut, Haare und sogar für unsere Stimmung. Während man nun selbstverständlich Omega 3 Fettsäuren in Kapselform zu sich nehmen kann, stellt doch im Endeffekt nichts das eigentliche Lebensmittel in den Schatten. Das ist ähnlich wie mit allen anderen Nahrungsergänzungsmitteln. Es bringen sich die besten Supplemente nichts wenn man nicht auch im Rahmen der täglichen Ernährung auf komplette Lebensmittel achtet welche das gesamte Paket an Nährstoffen liefern. Da kann man nämlich lange auf die Wunder warten die manche Tabletten versprechen.

Wie ist das mit der Nachhaltigkeit und ist Fisch nicht voller Schwermetalle? 

Naja, das ist so eine Sache. Ich sehe das ähnlich wie mit unserem Fleischkonsum. Täglich ist beim besten Willen nicht nötig und auch nicht nachhaltig. Genauso wie die tägliche Avocado aus Timbuktu oder die tägliche Tasse Mandelmilch kein nachhaltiger Weg sind. Alles mit Maß und Ziel. Vor allem aber kommt es für mich neben der Quantität auch auf die Qualität und einige weitere Aspekte an.

Die Fischerei gibt es seit einer Ewigkeit und Meerestiere stellen schon seit jeher einen wertvollen Teil unserer Nahrungskette dar. Das Problem ist nur, dass der moderne Mensch alles übertreiben muss. Rund 55 Billionen Kilogramm an Lebewesen werden jährlich aus dem Meer gefangen. Grund dafür sind vor allem moderne Fangtechniken die große Mengen in kurzer Zeit fischen. Das führt zu dem Problem der Überfischung. Das bedeutet, dass derart viel Fisch gefangen wird und der Bestand dadurch in der Reproduktion nicht mehr nachkommt. Hinzukommt, dass durch äußerst unnachhaltige aber ertragreiche Fangtechniken ebenso Tierarten gefangen werden die man eigentlich gar nicht ins Netz bekommen wollte. Ergo, hat man dann neben dem Thunfisch gleich noch ein paar Delphine, Meeresschildkröten uns selbst Vögel mit im Netz. Genau deshalb denke ich ist es wichtig beim Kauf von Fischprodukten auf nachhaltigen Fischfang wert zu legen und den heimischen Fisch nicht zu verachten. Hier ein Link zu einer spannenden WWF App zum Thema nachhaltiger Fischfang. In Zeiten von Sushi ist Thunfisch beispielsweise recht beliebt. Die Sache ist nur die. Gemäß der Nachfrage wird der gefischt wie blöd. Und das stellt eine Gefahr dar – nicht für den Menschen aber für den Thunfisch der nämlich in Zukunft vom Aussterben bedroht ist. Heute ist der Bestand an Thunfisch gerade mal 21% von dem was er in den 70er Jahren mal war. Was wäre stattdessen zum Beispiel mal mit einer heimischen Forelle?

Ich bin ja der Ansicht, dass wir alle ein paar Schritte retour machen sollten und wir von den bald ausgestorbenen Weisheiten unserer Vorfahren profitieren könnten. Die haben den nachhaltigen Fischfang schließlich perfektioniert und verfolgen ihre Techniken zum Teil heute noch. So konsumieren die Menschen des Tagbanua Stammes auf den Phillipinnen zwar Fisch, sorgen aber dafür dass der Bestand dabei stetig wächst. Es gibt beispielsweise Zeiten in denen dort kein Fisch gefangen werden darf um der Population die Zeit zu geben sich wieder zu vermehren. Ähnlich wie bei uns mit der Wildjagd. Außerdem nutzen sie noch Angel und Haken um auch tatsächlich nur das zu fangen was sie brauchen. Wenn man drüber nachdenkt, haben unsere Vorfahren ziemlich viel richtig gemacht. Sie haben gewusst warum fermentierte Lebensmittel toll sind, haben sich in ihrem eigenen Garten zurecht gefunden und waren sich im Klaren darüber, dass eine Banane aus Südafrika eine Besonderheit und keine Selbstverständlichkeit ist. Wir sind mit unserer Entwicklung aber bei weitem über das Ziel hinaus geschossen, maßen uns an mit diversen Chemikalien und modernen Techniken in die Natur einzugreifen um Ernten zu “verbessern” nur um dann festzustellen dass wir damit die Erde und Artenvielfalt dauerhaft ruinieren. Ebenso gehen wir davon aus, dass jedes Lebensmittel täglich und weltweit zur Verfügung stehen muss und gemäß dem Motto “aus den Augen, aus dem Sinn” sehen viele Menschen die Meere oder die Natur im Allgemeinen als große gemeinschaftliche Müllhalde. Das Resultat im Hinblick auf unsere Meere ist, dass diese teils stark von Chemikalien belastet sind.

Und das betrifft vor allem die großen und heute so beliebten Fische. Je weiter oben in der Nahrungskette umso länger lebt der Fisch und umso größer ist er auch. Hai oder beispielsweise Schwertfisch sowie Thunfisch sind somit am meisten von Schwermetallen belastet. Kleine Fische wie Sardinen, Sardellen, Muscheln, Hering und selbst WILDlachs stehen in der Nahrungskette weiter unten, reproduzieren sich schneller und sind weniger von Schwermetallen belastet. Zusätzlich Bonus: so eine Dose Sardinen kostet im Vergleich zum Thunfischsteak einen Bruchteil und wie bereits oben beschrieben liefert sie dank des reichlichen Fettes auch wertvolle Nährstoffe. Win-Win.

Mein Fazit

Ich bin ein Fan der Nachhaltigkeit. Ich bin aber auch ein Fan meiner Gesundheit und deshalb schließe ich ungern wertvolle Lebensmittel wie Fisch aus meiner Ernährung aus. Mit einem bewussten Umgang und informiertem Handeln denke ich kann man das Eine sowie das Andere aber durchaus erreichen. Mein Fazit zum Thema Fisch: Je kleiner der Fisch, umso besser. Immer aus nachhaltigem Fischfang, so heimisch wie möglich UND mit Maß und Ziel.

In diesem Artikel hab ich das Thema wahrlich nur angekratzt. Es gäbe so viel mehr zu sagen was den Rahmen hier aber sprengen würde. Für all jene die gerne mehr zum Thema erfahren wollen. Hier und Hier 2 spannende und informative Links. Und weil es gerade so schön passt auch noch ein tolles Rezept zum Thema. 

Sardinen auf Süßkartoffel Toast mit reichlich Gemüse

Zutaten:

1 Süßkartoffel

1 Dose Sardinen

1 Handvoll Mangold

1 Handvoll Cashew Nüsse

1 Knoblauchzehe

Etwas Parmesan

Olivenöl und Balsamico

ZUCKERFREI, GLUTENFREI, LAKTOSEFREI

Die Süßkartoffel gut waschen und je nach Größe 2 bis 4 1 cm dicke Scheiben runterschneiden. Diese in den Toaster packen und toasten bis sie weich sind. Bei mir hat das 3 Runden im Toaster gebraucht. Alternativ kann man die Kartoffelscheiben selbstverständlich auch in den Ofen packen. Nachr rund 15 Minuten sollten sie auch dort weich sein. Anschließend auf einem Teller anrichten. Den Mangold mit den Cashewnüssen und 1er Knoblauchzehe im Mixer zu Pesto verarbeiten. Dieses auf dem Süßkartoffel Toast verteilen. Darüber die Sardinen verteilen. Obenauf etwas geriebenen Parmesan streuen und für rund 8 Minuten in den vorgeheizten Ofen geben. Sobald der Käse geschmolzen und goldbraun ist mit etwas Olivenöl und Balsamico Essig beträufeln und anrichten.

nl-anmeldung-lob-quote

Das könnte dir auch gefallen

Keine Kommentare

Hinterlasse eine Antwort

Melde dich für den Individualisten Newsletter an!