Nori Rollen To Go und warum Algen so toll sind!

Im Rahmen meines letzten Workshops hab ich mich an die Herausforderung gewagt den Teilnehmerinnen ein paar gesunde alternative Frühstücks-Optionen zu präsentieren. Mit dabei waren auch die Rollen aus Algenblättern die ich euch heute vorstelle – mein Favorit! Sie eignen sich als schnelles und besonders nährstoffreiches Frühstück Sie sind aber ebenso toll für unterwegs, als Snack und als Abendessen. Multifunktional sozusagen. Aber zuerst zu den Hintergrundinfos.

Faktor Jod

Warum Algen meiner Ansicht nach nicht nur ins Aquarium sondern auch in jeden Speiseschrank gehören, will ich euch heute näher erläutern. Algen sind Organismen die im Wasser leben und aus Sonnenlicht Energie (Photosynthese) erzeugen. Grundsätzlich kann man von drei Qualitäten sprechen die Algen zu einer nützlichen Ergänzung für unsere Ernährung machen. Einerseits enthalten sie viel Chlorophyll und das ist immer genial. Andererseits stecken sie auch voller Omega 3 Fettsäuren und vieler Mineralstoffe wie Magnesium, Potassium und vor allem Jod. Ausreichend Jod in unserer Ernährung ist vor allem für unsere Schilddrüsengesundheit wichtig. Jod findet sich leider in nicht allzu vielen Lebensmittel – vorwiegend in Fisch, Meerestieren und Algen. Das ist auch der Grund warum dem Salz in unseren Breitengraden Jod untergejubelt wird. Leider lässt die Qualität von diesem Salz of zu wünschen übrig. Aber das ist Thema eines anderen Beitrags.

Die Sache mit den Omegas!

Wir alle haben schon öfter gehört wie gesund die entzündungshemmenden Omega 3 Fettsäuren für uns sind. Die Entwicklung der Menschheit involvierte immer Meeres- sowie Landtiere und selbstverständlich zahlreiche Pflanzen. Bevor Junk Food und Co unseren Ernährungsalltag beherrschten war das Verhältnis zwischen Omega 6 und Omega 3 Fettsäuren mit 1:1 ausgeglichen und somit optimal. Heute sprechen wir allerdings von einem enormen Konsum an Omega 6 Fettsäuren und einem Verhältnis von 20 zu 1. Warum? Weil wir durch industriell verarbeitete Ware oder ständige Restaurantbesuche verstärkt mit Omega 6 Fettsäuren wie Sonnenblumenöl konfrontiert sind. Folgt man also einer “Standard” Ernährungsweise, ist es schwer Omega 6 aus dem Weg zu gehen. Omega 3 Quellen wie Fisch, Algenprodukte, Leinsamen, Wild, Walnüsse kommen da oft zu kurz. Nur der Vollständigkeit wegen: Avocados und Nüsse enthalten ebenso Omega 6. Das ist kein Grund hier Panik zu schieben. Eine ausgewogene Ernährungsweise mit natürlichen und “echten” Nahrungsmitteln die neben zahlreichen Nährstoffen auch Omega 3 UND 6 enthalten stellt kein Problem dar.

Fisch vs. Alge

Soweit so gut. Fisch wird immer als tolle Omega 3 Quelle angepriesen. Völlig richtig. Ursprung des Ganzen ist aber auch das Nummer 1 Nahrungsmittel von Fischen: Algen. Diese enthalten vor allem reichlich EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure). Grundsätzlich gibt es auch noch die sogenannte ALA (Alphalinolelsäure) wenn man von Omega 3 Fettsäuren spricht. Letztere ist allerdings die für unseren Körper am wenigsten nützliche Fettsäure. Der Grund dafür ist leicht erklärt. ALA wird in unserem Körper zwar zu EPA und später auch zu DHA umgewandelt – das aber nur wenig effektiv. Diese Effizienz wird beispielsweise durch Alkoholkonsum, Nährstoffmängel oder Stress eingeschränkt. Während Leinöl und auch Walnussöl voller ALA stecken und durchaus auch gesundheitliche Vorteile haben, sind es doch EPA und DHA die wirklich Power mit sich bringen. EPA ist beispielsweise besonders wichtig für unseren Hormonhaushalt und DHA spielt eine entscheidende Rolle wenn es um unser Nervengewebe im Gehirn und in den Augen geht. Die Kombination aus EPA und DHA findet sich also in Fisch wie Sardinen oder Sardellen und eben auch in Algen.

Die Mischung machts #mustknow

Genau deshalb an dieser Stelle ein Tipp für Veganer und im Grunde jeden anderen Gesundheitsfan: Wer sicher stellen will, genügend qualitativ hochwertige Omega 3 Fettsäuren zu sich zu nehmen, der greife neben Leinöl unbedingt auch zu Algenprodukten! Nur so bekommt man die wertvolle Bandbreite an EPA, ALA und DHA. Fisch, Meerestiere und Fischöl sind dafür selbstverständlich ebenso Top. Für mich gehören Algenprodukte neben Fisch auch zu einer ausgewogenen Ernährungsweise. Ebenso ergänze ich meine Ernährung gelegentlich mit Fischöl- oder Algen-Kapseln. Warum? Weil ich vor allem im Winter sicher gehen will, dass mein Vitamin D Level stabil ist und ich vor allem in stressigen Zeiten die viel Denkleistung erfordern meinem Gehirn einen extra Boost geben will. Nachdem der Bestand an Fischen so oder so schon ziemlich mickrig ist, sind Algen hier die für mich nachhaltigere Wahl. Würde jeder von uns beispielsweise Fischöl Supplemente zu sich nehmen wollen, hätten wir keine Fische mehr. Außerdem bekommt man beim Konsum von Fischen meist nicht nur wertvolle Omega 3 Fettsäuren sondern dank der fortschreitenden Umweltverschmutzung auch reichlich Pestizide serviert. Allein in den letzten 20 Jahren sind die Quecksilber Level in unseren Meeren um 30% angestiegen. Algen steigen hier bei weitem besser aus. Persönlich esse ich vor allem im Winter – zwecks dem Vitamin D – mehr Fisch. Allerdings wähle ich dabei die richtig fettigen Sorten wie Sardellen oder Sardinen. Die gehören zu den Mini-Fischen, sind daher weniger von Pestiziden betroffen und sie reproduzieren sich zackig was bedeutet sie sind nicht so stark von der Überfischung betroffen wie Lachs und Co.

Wie baue ich Algen in meine Ernährung ein? 

Heute bekommt man in einem gut sortiertem Reformhaus oft einen Mix aus verschiedenen Algenflocken. Diese streue ich mir beispielsweise gerne über Pasta Gerichte oder auch über das Avocadobrot, das Omelett oder verfrachte sie ins Dressing. Ich mag den Geschmack sehr gerne. Alternativ hab ich immer das Pulver der Mikro Algen Spirulina und Chlorella daheim. Und das kommt bei mir regelmäßig in Smoothies oder ich baue es in kleinen Mengen in Hummus, Pflanzenmilch oder auch Energie Bällchen ein. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Vor allem das folgende Rezept kann nach Belieben abgeändert und ergänzt werden. Viel Spaß damit.

Zutaten:

Nori Blätter

Eier

Gurkenscheiben

Salatblätter

Sprossen

Ghee

Pro Rolle wird je ein Ei verquirlt und in der Pfanne in etwas Ghee rausgebraten. Das Omelett wird nun auf ein Nori Sheet gelegt. Darauf werden je 2 Gurkenstreifen, 1 Salatblatt, Sprossen sowie rund 1 EL Dressing verteilt. Das Blatt nun zu einer Rolle zusammenrollen und in der Mitte auseinander schneiden.

Dressing:

Tahin

Apfelessig

Olivenöl

Paprikapulver

Tamari (eine fermentierte Soja Sauce – the one and only)

Für das Dressing werden zunächst pro Rolle rund 1 EL Tahin mit einem Schuss Tamari sowie einer Prise Paprikapulver vermischt. Danach wird 1 EL Apfelessig und 1 EL Olivenöl beigefügt. Je nach Konsistenz kann noch mehr Apfelessig beigemischt werden. Nach Belieben abschmecken.

PS.: der Dip macht sich auch richtig gut als Pastasauce!

GLUTENFREI, ZUCKERFREI, LAKTOSEFREI, VEGGIE

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4 Kommentare

  • Reply
    Waldmännchen
    26. Oktober 2016 at 22:01

    Ein wirklich sehr schöner Artikel, den wir gleich in unserer Facebook-Algen-Gruppe gepostet haben: https://www.facebook.com/groups/1612091195750823/ Die Nori-Rollen sehen richtig, richtig gut aus.

    Nori-Blätter haben wir auch schon als eine Art Wrap oder Ummantelung für Tacos verwendet, z.B. Lachs-Tacos. Neben Lachs noch Salat, Tomaten, ggf. etwas Sushi-Reis, und dann Soßen nach Lust. Hervorragend!

    Und zuletzt noch eine Idee für Algen: geröstete Dulse-Chips: http://brunnen.eichenhain.com/?p=3561

    • Reply
      Eva
      27. Oktober 2016 at 17:31

      Klingt super. Danke für den Tipp! :)

  • Reply
    Lisa
    5. November 2016 at 22:12

    Ui, das Rezept klingt ja echt lecker! Ich hab erst letzte Woche Nori-Blätter gekauft und damit Fake-Sushi (mit zerhacktem Karfiol anstatt Reis) gemacht :) Aber deine Frühstücks-Idee werd ich auf jeden Fall ausprobieren!

    Liebe Grüße
    Lisa

    • Reply
      Eva
      6. November 2016 at 18:12

      Das klingt auch super. Freut mich. Bin gespannt wie es dir schmeckt. :) Lieben Gruß, Eva

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