Sind Superfoods ein reiner Marketing Gag? Jein & ein Rezept für Kurkuma Porridge gibts auch gleich.

PROs und CONs

Superfoods sind in aller Munde. Als eben solche werden vor allem exotische Beeren, Wurzeln und Pulverchen bezeichnet. All diese haben erwiesenermaßen ziemlich viel Vitamine und Mineralstoffe, stecken voller Antioxidantien, haben eine hohe Nährstoffdichte (höher als so manch andres Gewächs) und haben sogar die ein oder andere besondere Wirkung auf den Körper. Toll finde ich, dass Superfoods eben nur dann als Superfoods durchgehen wenn sie natürlichen Ursprungs und ohne Zusatzstoffe sind sowie unbehandelt und meist sogar biologisch und fair produziert wurden. Ein großer Nachteil ist allerdings der Preis besagter Superfoods. Weil sie eben aktuell so beliebt sind, wird auch entsprechend Kohle dafür verlangt. Hinzukommt, dass die Pulverchen ja auch aus Timbuktu und Co eingefolgen werden müssen. Soviel zur Regionalität. Der heimische Spinat ist immerhin auch nicht schlecht, klingt nur nicht so spannend wie Algenpulver aus Hawaii.

Grundsätzlich finde ich trotzdem, dass Superfoods eine schöne Sache sind. Marketing-Schmäh hin oder her. Superfoods werden meist zu gesünderen Gerichten wie rohen, zuckerfreien Desserts oder Smoothies verarbeitet. Selbst wenn sich der 0/8/15 Superfood-Fan im Alltag wenig mit dem Thema Ernährung auseinandersetzt und Superfoods nur konsumiert weil sie eben im Trend liegen, bekommt er oder sie auf diese Art und Weise eine schöne Nährstoffbombe verpasst. Es gibt schlimmere Trends wenn ihr mich fragt! Man denke nur an James Dean der in den 50ern die Zigarette zum Symbol der jugendlichen Rebellion gemacht hat und damit zahlreiche Menschen derart beeindruckt hat, dass die bis heute am Glimmstängel hängen. Superfoods hingegen bringen einen dazu etwas mehr in der Küche zu experimentieren und sich zumindest ein bisschen mit der eigenen Gesundheit zu beschäftigen. Finde ich toll.

via dailymail.co.uk

DAS WARUM

Wer allerdings glaubt, Superfoods im Smoothie eliminieren den wöchentlichen Konsum von Alkohol, Zucker und industriell verarbeiteten Lebensmitteln  – naja, der liegt falsch. Ernährt man sich aber grundsätzlich schon nicht allzu schlecht und achtet im Allgemeinen auf eine frische und regionale Küche – DANN kann so ein Superfood schon mal eine sinnvolle Ergänzung sein, die eigene Gesundheit auf das nächste Level heben und vor allem bei so manchen Beschwerden eine unterstützende Heilkraft haben. Wissen sollte man halt warum man ein bestimmtes Superfood zu sich nimmt – ob es der Darmgesundheit, der Entgiftung oder der Hormonbalance dient – unnötig Superfoods zu konsumieren schadet nicht, sorgt eventuell sogar für ein Plus an Vitaminen und Mineralstoffen, geht aber ganz schön ins Geld. Und Superfoods können teils so viel mehr als nur kostspielig sein. Während es für so manches Superfood tatsächlich keine heimische Alternative gibt, hat die regionale Landwirtschaft dennoch so einiges zu bieten. Man denke nur an Spinat, Rote Bete, Löwenzahn – all diese Pflanzen gehen aber sowas von als Superfoods durch und können auch noch frisch in die tägliche Ernährung eingebaut werden. Auf die Mischung und Ausgewogenheit kommt es an!

Spätestens seit meiner Kräuterwanderung in diesem Sommer bin ich vor allem überzeugt von den heimischen Gewächsen. Trotzdem kann ich mich für die Alge Spirulina oder auch für die exotische Maca Wurzel begeistern. Beide können bei bestimmten Beschwerden unterstützend wirken und der individuellen Ernährungsweise den nötigen Feinschliff verpassen. Was diese beiden Superfoods für mich so besonders macht ist vor allem die Tatsache, dass es in unseren Breitengraden keine vergleichbaren heimischen und vor allem pflanzlichen, veganen sowie natürlichen Alternativen gibt. Deshalb finde ich es toll wenn man die Chance hat sich ab und an BEWUSST das ein oder andere Superfood als “Schmankerl” zu gönnen.

Zugegeben, man käme sicherlich auch ohne Superfoods aus. Eine ausgewogene Ernährung mit viel heimischem bunten Gemüse und Kräutern kann durchaus für ausreichend Nährstoffversorgung sorgen. Früher ist man schließlich auch ohne exotische Pulverchen ausgekommen. Doch gerade in einer Zeit voller industriell verarbeiteter Lebensmittel ist so ein Superfood im Regal des Lebensmittelmarkts eine willkommene Abwechslung und hilft meiner bescheidenen Meinung nach bei der Bewusstseinsbildung – zumindest ein bisschen.

Meine Top (exotischen) Superfoods für die ich bis dato noch keine heimischen Alternativen gefunden habe und die mich immer wieder aufs Neue überzeugen. 

Spirulina – meine Lieblingsalge! Sie schmeckt zwar ziemlich fischig, dafür tut sie aber nicht nur dem Darmtrakt gut sondern entgiftet auch und steckt voller Proteine und sonstiger Besonderheiten. Übrigens ist die Alge auch toll bei Eisenmangel.

Maca Pulver – super Hormon-Booster! Toll im Wechsel oder auch wenn man beispielsweise nach dem Absetzen der Pille mit einem nicht ganz so ausgeglichenen Hormonhaushalt zu kämpfen hat. Maca wirkt sich außerdem auch positiv auf die männliche Potenz aus.

Hanf Pulver – mein Go-To wenn es um pflanzliches Protein geht und eine super Alternative zu den mit Zusatzstoffen vollgepumpten Protein-Pulverchen aus dem Fitnessstudio.

Roher Kakao – ebenso voller Nährstoffe wie Magnesium und wer bitte kann auf Schokolade verzichten?

Kokosöl & weitere Kokosprodukte – tolles gesundes Fett (Ja, sowas gibts) das bei mir in der Kosmetik sowie der Küche Platz findet.

Grüntee Pulver – Muntermacher voller Antioxidantien! Besser als Kaffee – soviel ist sicher.

Avocado – mal abgesehen davon, dass man dieses Obst in einem salzigen oder süßen Gericht verarbeiten kann, ist die Avocado eine sensationell tolle Fettquelle und ihr Kern im Übrigen ein Superfood der Spitzenklasse! #avocadoforpresident #justsayin

Kurkuma – die gelbe Wurzel ist einfach unschlagbar. Bei mir landet sie in Pulverform oder frisch fast täglich in irgendeinem Gericht. Sie gibt unserem Immunsystem einen Kick, ist voller Nährstoffe und ist außerdem die Basis für meine beliebte Kurkuma Milch.

Superfoods die man getrost auch mal gegen heimische Produkte eintauschen könnte …

Ich tausche die berühmten Chia Samen oft gegen Leinsamen. Letztere sind eine ebenso tolle Quelle für Omega 3 Fettsäuren und voller Protein, Vitamine & Mineralstoffe. Beide Samen sind super Ballaststoffe und beide werden in Verbindung mit Wasser ziemlich glitschig. Ich habe zwar gelesen, es soll jetzt auch schon Chia Öl geben. Leinöl kann da allerdings garantiert auch mithalten, ist wahrscheinlich auch günstiger und muss keinen so weiten Weg zurücklegen bis es im eigenen Küchenschrank landet. Beide Samen sind toll. Es lohnt sich aber durchaus auch mal die regionalere Variante auszuprobieren.

Ich tausche Goji oder Acai Beeren gegen heimische Preiselbeeren. Die heimische Beere kann ebenso mit den exotischen Beeren mithalten, ist extrem gut und hat außerdem einen zusätzlichen FRISCHE Bonus. Auch die heimische Hagebutte ist im Übrigen ein Superfood und voller Antioxidantien, schützt somit vor freien Radikalen und unterstützt unser Immunsystem.

Hier hätte ich noch ein paar unterschätzte heimische Superfoods die vielleicht nicht so exotisch klingen aber dennoch sensationelle Nährstoffbomben sind und unbedingt einen Platz in unserer Ernährung finden sollten … 

Wildkräuter wie Brennessel (wirkt entwässernd, entgiftend und u.a. durchblutungsfördernd), Löwenzahn (die enthaltenen Bitterstoffe tun der Leber gut und bilden Verdauungssäfte) und Marinedistel (Leber-Detox anyone?).

Sprossen in jeder Form – die sind extrem einfach selbst zu ziehen und sind DIE Superfoods schlechthin. Man erntet praktisch direkt vom Feld. #thinkaboutit

Sauerkraut und andere fermentierte Produkte wie Wasserkefir tun unserem Darm extrem gut, gehören in Deutschland sowie Österreich im Grunde zur Hausmannskost, sind günstig und leicht selbst herzustellen.

Knoblauch! Den kann man tatsächlich in fast jedem Gericht verarbeiten. Hier ein kleiner TIPP: presst den Knoblauch und lasst ihn rund 10 Minuten ruhen bevor ihr ihn verarbeitet – erst dann entfaltet er seine volle Heilkraft.

Grünzeug wie Mangold, Spinat, Kohl, Rucola sind voller Chlorophyll, Eisen und Co. Auch Kreuzblütler Gewächse wie Blumenkohl, Brokkoli, Kohlsprossen sind sensationelle Superfoods und enthalten unter anderem krebsbekämpfende Senföle.

Last but not least: die Rote Bete! Die ist voller Eisen, Folsäure, Vitamine und wirkt auch noch entgiftend. Mein Favorit: frisch gepresster Rote Bete Saft.

Bienenprodukte sind übrigens auch der Hit! Von Honig als Zuckeralternative über Blütenpollen bis hin zu Propolis als natürliches Antibiotikum – heimischer gehts nicht und besser auch nicht.

Kurkumaporridge

Hier hätte ich noch ein Superfood-Rezept für euch: Kurkuma Porridge für den perfekten Start in den Tag! 

Was ihr für die Basis benötigt:

1 große Handvoll Haferflocken (vorzugsweise geschrotet)
rund 2 EL Koksraspeln
rund 1 EL Braunhirsemehl (toll für eine schöne Haut!)
1 EL Ahornsirup oder Honig
etwas Wasser

Die Gewürze:

1 TL Zimt
1 TL Ingwer (Pulver)
1 Messerspitze Kardamom
2 TL Kurkuma (Pulver)

1/2 geriebener Apfel
etwas geriebener frischer Kurkuma
Cashewnüsse, Paranüsse oder Nüsse nach Wahl
etwas Kokosmuß

ZUCKERFREI, GLUTENFREI, LAKTOSEFREI, VEGAN

Die Haferflocken zusammen mit den Kokosraspeln und der Braunhirse in einem Topf vermischen. Ahornsirup und Wasser hinzugeben (nur so viel, dass die Flocken gut bedeckt sind). Das Ganze unter ständigem rühren aufkochen lassen bis ein Brei entsteht.

Vom Herd nehmen und die Gewürze untermischen. Auf einem Teller zusammen mit dem frisch geriebenen Apfel, ein paar Nüssen sowie frischem Kurkuma und einem EL Kokosmuß anrichten.

Hier könnte man natürlich auch etwas Maca Pulver, ein paar Blütenpollen und Kokosöl untermischen! Zwecks der vollen Superfood Power.

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