Warum ich keinen Zucker esse – nett verpackt aber dennoch giftig!

Die Genetik des Menschen hat sich im Laufe der letzten Jahrtausende nicht drastisch verändert. Was sich allerdings enorm geändert hat, ist unsere Nahrung und unser Wissen darüber. Vor allem in den letzten 30 Jahren hat sich die Zucker-Aufnahme in unserer Ernährung enorm erhöht. Gleichzeitig stieg das Übergewicht und das Aufkommen verschiedenster Volkskrankheiten in der Bevölkerung an. Heute kann in manchen Ländern sogar von einer Epidemie an übergewichtigen Neugeborenen gesprochen werden. Diät-Bewegungen, die mit cleveren Marketingstrategien ultimative Lösungen für all unsere Probleme anbieten, beeinflussen unser Kaufverhalten. Wir sind umgeben von industriell verarbeiteten Lebensmitteln die unsere Bedürfnisse befriedigen sollen. Doch die Wirklichkeit zeigt, dass die meisten dieser Lebensmittel uns krank machen. Das Problem liegt vor allem im Zucker! Um ganz genau zu sein im Fruchtzucker.

Heutzutage wird fast jedem industriell hergestellten Lebensmittel Fruchtzucker beigemischt. Fruchtzucker mag einen, wie der Name schon sagt, natürlichen Ursprung haben. Das Gleiche gilt auch für Tabak. Empfehlen wir unseren Kindern täglich eine Zigarette zu rauchen? Ich bezweifle es stark. Fruchtzucker ist der Ursprung jeder anderen Zuckerart. So besteht herkömmlicher Haushaltszucker, Rohrzucker oder dergleichen zu gleichen Teilen aus Frucht- und Traubenzucker. HFCS – High Fructose Corn Sirup – zu Deutsch Maissirup hat einen ebenso großen Fruchtzucker Gehalt. Auch Agavendicksaft gehört in diese Kategorie. Wurde dieser Jahrelang als Zuckeralternative angepriesen, wissen wir heute, dass er zu 90% aus Fruchtzucker besteht.

Fruchtzucker = weißer Zucker, brauner Zucker, Rohrzucker, Haushaltszucker, Sucrose, Maissirup, HFCS (High Fructose Corn Syrup), Fruktose, Agavendicksaft …

Zahlreiche Studien zeigen, dass Fruchtzucker giftig für uns ist und süchtig macht. In Versuchen zeigten Ratten, welche süchtig nach Kokain waren, höheres Interesse an Zucker um ihre Sucht zu stillen, als an Kokain selbst.

Woran merkt man also, dass man süchtig nach Zucker ist?

Erstes Anzeichen wäre, wenn man bei dem Gedanken alle Süßigkeiten, Fruchtjoghurts, Fruchtsäfte, Marmeladen, Kakao, Chips, Eiscreme, Croissants, Pastasaucen und vieles mehr aus seinem Ernährungsplan zu streichen, Panikattacken bekommt. Braucht man in stressigen Situationen etwas Süßes oder hat man eine Routine entwickelt die Zucker involviert? Kann man beispielsweise nicht ins Kino gehen und auf den Schokoriegel oder das Cola verzichten? Sollte die Süßigkeit aus dem Kühlschrank – obwohl man sich vorgenommen hat diese nicht zu essen – förmlich nach einem rufen und man in einem nächtlichen Anfall über diese herfallen bis … schwups … sie auch schon komplett verschlungen ist? Dann gehört man eindeutig zu den zahlreichen Zucker-Süchtigen.

Ist man süchtig, ist es nicht mehr so einfach davon los zu kommen. Hat man aber die nötigen Informationen und Alternativen, um dem weißen Zeug den Kampf anzusagen, kann es durchaus funktionieren. Und man mag es kaum glauben: man fühlt sich danach viel besser, erschlankt und ist erwiesenermaßen gesünder. Die Geschmacksnerven adjustieren sich und man schmeckt Dinge die man zuvor gar nicht mehr schmecken konnte. Ich für meinen Teil kann herkömmliche Schokolade mittlerweile gar nicht mehr essen – viel zu süß! Man kommt durch den Tag ohne das obligatorische Tief am Nachmittag. Man verliert Gewicht und kann es anschließend ohne Probleme halten. Die Verdauung pendelt sich ein. Man ist entspannter, hat weniger Gemütsschwankungen und kann ohne Angstzustände, aber dafür erhobenen Hauptes durch den Süßigkeiten Gang im Supermarkt gehen! Vor allem der Konsum gesunder Fette sowie grünes Gemüse helfen dabei die Gelüste nach Zucker in Zaum zu halten!

Aber zuerst zu den harten Fakten!

Neben der Tatsache dass Zucker süchtig macht, setzt er auch die Funktion des Hormons Leptin außer Kraft. Dieses vergisst in Gegenwart von Fruchtzucker, was seine Funktion ist, nämlich uns wissen zu lassen, wann wir satt sind und wann nicht. Ergo wir essen und essen und essen und nehmen zu! Weiters wird übermäßig konsumierter Fruchtzucker von unserem Körper nicht in Energie verwandelt. Er wandert direkt zu unserer Leber, wo er in Fett umgewandelt wird, was oftmals zu einer Fettleber führen kann. Das wiederum kann zu Übergewicht sowie Insulin Resistenz und schlussendlich zu Herzkrankheiten und Diabetes führen. Studien zeigen ebenfalls, dass übermäßiger Zuckerkonsum mit Immunschwäche, Karies, Depressionen, Gemütsschwankungen, Gicht, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Krebs, Myokardinfarkt und einem Ansteigen der Harnsäure zusammen hängt. Nicht sehr reizvoll würde ich sagen?!

Aber wo ist Fruchtzucker überall drinnen?

In natürlicher Form vor allem in Obst und auch in Gemüse. Gut, hört man nun auf Obst zu essen? Nicht wirklich. Aber bedenkt man, dass in unserer ursprünglichen Ernährungsweise vor allem Obst höchstens gelegentlich zu sich genommen wurde, sollte man es damit nicht übertreiben. Hinzu kommt, dass unser Körper so oder so nur kleine Mengen an Fruchtzucker verarbeiten kann, bevor er den Rest als Fett einlagert.

Gemüse enthält grundsätzlich weit weniger Fruchtzucker als Obst und ist auch nährstoffreicher. Je süßer das Obst umso mehr Fruchtzucker enthält es. Aber grundsätzlich ist in jedem Obst und Gemüse Fruchtzucker enthalten. Neben Fruchtzucker und zahlreichen Vitaminen sowie Ballaststoffen ist aber auch Glukose (Traubenzucker) darin versteckt.

Traubenzucker ist essentiell und besser für den menschlichen Körper als der schädliche Fruchtzucker und kommt neben Obst und Gemüse auch in anderen Kohlenhydraten, Milch sowie Fleisch vor. Traubenzucker wird in Energie verwandelt, beliefert unser Gehirn mit Kraft und wird von unserem Körper besser verdaut. Isst man also Obst und Gemüse, sollte man darauf achten nach jenem zu greifen, welches mehr Trauben- als Fruchtzucker enthält. Dies gilt vor allem für all jene mit einer Fruchtzucker-Unverträglichkeit.

Das eigentliche Problem liegt aber weitestgehend in industriell hergestellten Lebensmitteln, denen Fruchtzucker, HFCS (Maissirup), herkömmlicher Haushaltszucker oder Agavendicksaft künstlich beigemischt wurde. Von Orangensäften, Pastasaucen über Brot bis hin zu Käsesorten, Müslis und Low-Fat Produkten. Bei jedem industriell hergestelltem Produkt sollte man die Inhaltsangaben genau unter die Lupe nehmen. Man wird überrascht sein wo überall Zucker drinnen steckt.

 Warum wird Zucker überall beigemengt?

Entnimmt man einem Lebensmittel beispielsweise Fett, schmeckt es nun mal nach nicht mehr viel. Ergo es wird oft Zucker beigefügt. Fruchtzucker ist der süßeste unter all den Zuckern, macht Dinge schmackhafter und ist mit Abstand die billigste Zuckerform. Was die wenigsten von uns wissen und die Nahrungsmittelindustrie gekonnt ignoriert, ist die Tatsache, dass Fruchtzucker ein Gift ist. Vergleichen kann man es mit Ethanol (Alkohol). Beides wirkt exakt gleich auf den Körper und führt zu zahlreichen Krankheiten. Enormer Konsum von beidem macht süchtig, kann zu Übergewicht, Fettleber, Bluthochdruck und, und, und führen. Zwei Dinge unterscheiden diese beiden Stoffe allerdings. Erstens Alkohol wirkt sofort schädlich – ist also ein akutes Gift. Fruchtzucker wirkt erst nach längerem Konsum schädlich auf den Körper – ein chronisches Gift also. Zweitens, Alkohol würden wir nie unserem Kind geben, warum es auch von den Behörden reguliert wird. Kein Problem haben wir aber damit unserem Kind einen Dose Coca-Cola oder eine Flasche puren Orangensaft in die Hand zu drücken.

Um es auf den Punkt zu bringen: Künstlich beigemischter Fruchtzucker und somit jede andere Form von herkömmlichem Zucker, sollte aus unserem Ernährungsplan gestrichen werden. Zahlreiche Studien belegen die Probleme, die mit zu viel Zuckerkonsum einhergehen. Zu viel Zucker ist leider in der heutigen Zeit schnell erreicht. Er ist nicht nur in natürlicher Form vor allem in Obst zu finden, sondern wird fast jedem industriell hergestellten Lebensmittel künstlich beigemengt. Stellen Obst und größten Teils Gemüse wichtige Pfeiler einer gesunden und ausgeglichenen Ernährung dar, kann auf künstlich hergestellte Lebensmittel getrost verzichtet werden. Will man also Zucker aus seiner Ernährung streichen, heißt dies so gut wie alles, dass aus einer Box kommt oder in Plastik verpackt ist aus seiner Ernährung zu verbannen. Es bedeutet so zu essen, wie es unsere Vorfahren getan haben, bevor Farbstoffe, Konservierungsmittel und dergleichen unser Essen befallen haben. Es bedeutet selbst zu kochen und sich mit seiner Ernährung auseinander zu setzen. Es bedeutet aber auch, dass man ziemlich wahrscheinlich ein gesünderes und entspannteres Leben führen wird!

Du willst genauso wie ich nicht auf Süßes verzichten?

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8 Kommentare

  • Reply
    Christine Bolzano
    22. Juli 2014 at 15:28

    Mein liebes Mausilein!

    Finde alles super, die Aufmachung ist ideal. Mir gefallen die witzigen Kommentare, die mich sehr amüsiert haben.

    Bussi Mama
    bis heute Abend

    • Reply
      Eva
      22. Juli 2014 at 17:11

      Danke liebste Frau Mutter! :) Ich freue mich sehr! Bussis

    • Reply
      Christian
      7. November 2018 at 10:20

      Hi, stimmt deine netten Kommentare sind sehr authentisch. Zum Thema Zucker kann ich nur sagen, ich finde es grausam und quasi ist es vorsätzliche Körperverletzung was hier Foodkonzerne treiben, gerade in der Hinsicht überall Zucker reinzumischen und das schon für Babys. Diese Welt ist der reinste Horror!

      • Reply
        Eva
        7. November 2018 at 11:16

        Danke dir! :) Ja, das find ich auch echt schlimm. Vor allem mit Kindern ist es richtig schwer dem Zucker zu entkommen und an jeder Ecke wird er ihnen angeboten. Furchtbar. GLG

  • Reply
    Kathi
    1. Februar 2015 at 17:10

    Vielen Dank für deinen tollen Artikel – Zucker an sich verwende ich ja relativ selten aber Agavendicksaft ziemlich oft. Werde versuchen, in Zukunft auf deine Alternativen umzusteigen :)
    Liebe Grüße
    Kathi

    • Reply
      Eva
      1. Februar 2015 at 18:22

      Danke dir. Das klingt toll! :) Wirst sehen, der Umstieg fällt nicht besonders schwer wenn man Alternativen hat. Reissirup ist meine Lieblings-Alternative. Um einiges besser verträglich als Zucker oder Agavendicksaft. Liebste Grüße!

  • Reply
    Maria
    2. Februar 2015 at 11:34

    Hallo Eva!

    Nachdem ich selbst FI habe, ist das Thema “industriell gefertigte Nahrung” schon lange tabu für mich.

    Allerdings kommt mir vor, dass es in den letzten Jahren immer noch schlimmer geworden ist mit den Zusatzstoffen und dem künstlichen Zuckerzusatz. Nachdem die Leute mehr darauf achten, werden 5 verschiedene Zuckerarten hinein gemeingt, damit Zucker nicht an 1 oder 2. Stelle aufscheint. Und leider wissen die wenigsten unter welchen tollen Namen sich Zucker noch verstecken kann.

    Ich mache daher das meiste selbst und kaufe nichts mehr, was industriell gefertig wurde.

    lg
    Maria

    • Reply
      Eva
      2. Februar 2015 at 12:44

      Da stimm ich dir absolut zu. Es wird einem immer schwieriger gemacht. Aber um ehrlich zu sein, selbst gekochtes schmeckt so oder so besser! :) Lg, Eva

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